Immer einen Plan B haben

Wie Sie es schaffen, auf alles vorbereitet zu sein

11.05.2010, 15:30 von Constanze Hintze

Vor einigen Tagen war ich wieder einmal als Dozentin beim „Bund der Steuerzahler" tätig. Ein Teilnehmer erzählte, er habe eine „5-Säulen-Strategie". Ich verstand nicht recht. Denn wenn es um die Altersvorsorge geht, geht es üblicherweise um die Kombination von Renten, Vermögensanlage und Immobilien.  



Er fuhr fort und erläuterte, dass man an den aktuellen Ereignissen ja sehen könne, dass Säulen auch mal ganz unerwartet ins Kippen kommen. Der Beitrag sorgte erst für einige Heiterkeit, da wohl die meisten Teilnehmer an die Bilder griechischer Tempel dachten, mit denen zurzeit gern die Wirtschaftnachrichten bebildert werden. Doch was zuerst wie Sarkasmus aussah, ist eine kluge Vorgehensweise.

Der Diskussionsteilnehmer wollte deutlich machen, wie wichtig es ist, Krisen und Ausfälle einzukalkulieren. Damit traf er bei mir ins Schwarze. Streuung und Flexibilität sind Grundpfeiler unserer Finanzberatung. So hat man in jeder Situation mindestens einen Plan B.

Das beginnt bei der klassischen Altersvorsorge mit einer Mischung von mehreren Rentenmodellen - privat und staatlich gefördert. Die steuerlichen Be- und Entlastungen sollte man über die Lebensphasen verteilen - wer sich beispielsweise darauf konzentriert, JETZT alle Steuervorteile mitzunehmen, wird später hart von der Steuerkeule getroffen.

Wichtig ist es auch, dass die Verträge flexibel sind. Mit Zuzahlungsoptionen in der Aufbau- und Sparphase lässt sich freies Geld unkompliziert in zusätzliche Rentenansprüche ummünzen. Auch die Auszahlung der Verträge sollte man staffeln. Vielleicht wollen Sie ja langsam aus dem Arbeitsleben ausscheiden - wer etwas weniger arbeitet, freut sich, wenn der erste Rentenvertrag schon fällig ist und es erlaubt, den gewohnten Lebensstandard beizubehalten.

Die gleichen Prinzipien sollte man bei allen übrigen Anlagen einhalten. Bei der Vermögensanlage wähle ich deshalb Strategien, die sich flexibel und rasch an veränderte Marktverhältnisse anpassen. Denn auch ein Aktienfonds sollte immer einen Plan B haben: Ist die Entwicklung positiv, soll er investieren. Doch sobald die Risiken überwiegen, sollte sich die Aktienquote frühzeitig reduzieren lassen. So können Verlustphasen weitgehend vermieden oder zumindest deutlich eingeschränkt werden. Und natürlich geht es auch hier wieder um Streuung: über verschiedene Länder, Branchen, Unternehmen ...

Wichtig ist: Es geht nicht darum, einem Sammelsurium von Produkten einfach ab und zu etwas Neues hinzuzufügen. Ein solches Anlagekonzept muss man planvoll aufbauen. Und auch regelmäßig prüfen und neu ausrichten.

Im Prinzip ist das wie mit einem neu gebauten Haus: Frisch gestrichen und solide steht es da. Wer sich damit zufrieden gibt, dem fallen allerdings sicher irgendwann die ersten Ziegel vom Dach. Wer dagegen ab und zu durch die Räume geht und mal hier und mal da etwas in Ordnung bringt, der lebt auf Dauer zufrieden in einer Wohnung, die seinen Bedürfnissen entspricht.

 

www.svea-kuschel.de






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16.08.2010, 14:21
zimmermann
Auf alles vorbereitet sein !!!!! Meine Biografie war anders gedacht, wie es dann eingetroffen ist. Ich gehöre zu der Generation 50+, geschieden, vor 30 Jahren habe ich leider noch nicht an Altersvorsorge gedacht, dann kamen die Kinder, die Arbeit wurde der Kinderversorgung angepasst. Meine Beschäftigungen waren geprägt von Insolvenzen, Abbau von Älteren und Arbeitslosigkeit. Vor 3 Jahren habe ich mich dann selbständig gemacht. Es ist und bleibt aber ein Problem, die Altersversorgung. In meinem Alter müsste ich hohe Rentenbeiträge einzahlen, was die Berufstätigkeit auch nicht zulässt..... Die richtige Anlage habe ich für mich noch nicht gefunden. Einen Artikel mit Tips fände ich für meine Altersklasse sehr interessant. Der Rat an meine Töchter ist natürlich sich frühzeitig um eine Altersversorgung zu kümmern.


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Die Lebensläufe von Frauen enthalten sehr häufig Brüche und Wendepunkte. Auch Männer leben nur noch selten die klassische, lineare Arbeitsbiographie: Studium, Auslandsjahre, Berufswechsel, Selbständigkeit, Sabbatical ... Das Leben ist voller Überraschungen - aber damit auch weniger berechenbar. Das ist das richtige Stichwort: Die Entwicklung an den Finanzmärkten lässt sich erst recht nicht einfach voraussagen. Constanze Hintze weiß, dass es darauf ankommt, auf Veränderungen vorbereitet zu sein. Und seine Finanzen so zu planen, dass sie sich an das Leben anpassen. 

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