Sind Ihre Kunden liquide?
Prüfung der Bonität durch kleine und mittelständische Unternehmen
Wenn Rechnungen kommen, sollten Sie liquide sein. Das gilt aber auch für Ihre Kunden, denen Sie Rechnungen schicken. Deren Bonität zu überprüfen, stellt neben der Sicherung der nachhaltigen Ertragsfähigkeit eine große und wichtige Herausforderung dar. Aber gerade dieser Bereich wird bei klein- und mittelständischen Betrieben häufig vernachlässigt.
1. Interne Sicherungsinstrumente
Im Unternehmen sollten wirksame Mechanismen implementiert sein, die zur Sicherung des Zahlungsanspruchs führen.
a) Forderungsversicherung: In der Regel werden Forderungen erst ab einer Summe von gesamt 100.000 Euro versichert.
b) Kundenrating, d.h. für jeden Kunden Wichtigkeitskriterien anlegen: Umsatz, Deckungsbeitrag, Zahlungsgeschwindigkeit, eine Kreditgrenze festlegen.
c) Das Zahlungsverhalten der Kunden beobachten.
d) Rechnungsstellung sollte zeitnah erfolgen.
e) Qualifizierte Debitorenbuchhaltung einführen. Dazu gehören tägliche Verbuchung der Forderungen und der Zahlungseingänge und ein gut geführtes Mahnwesen. Bevor die schriftliche Mahnung verschickt wird, sollte der Kunde angerufen werden.
f) Außendienstberichte: Die Erfahrungen des Außendienstes bilden eine unverzichtbare Informationsquelle.
g) Informationsaustausch: Die einzelnen Abteilungen in einem Unternehmen müssen sich austauschen, sobald Störungen beim Kunden auftreten.
h) Auftrags-(Kredit)limite sind einzuhalten.
i) Anzahlungen (Vorkasse): Bei größeren Aufträgen empfiehlt es sich mit Abschlagszahlungen je Bearbeitungsstand anzufordern.
j) Sicherheiten: Gerade bei hohen Aufträgen sollte die Einräumung von Sicherheiten verhandelt werden, z.B. durch eine Bankbürgschaft.
2. Externe Informationsquellen zur Beurteilung der Bonität
Externe Informationsquellen bilden die Voraussetzung zur Beurteilung der Bonität der Kunden. Man sollte sich auf die unstrukturierte Informationsquellen stützen.
a) Auskünfte von Wirtschaftsauskunfteien
b) Bundesanzeige
c) DATEV-Recherchedienste
d) Insolvenzportal
e) Bankauskünfte
f) Bonitätskennziffern der Kreditinstitute
g) Geschäftsberichte der Kunden
h) Presseberichte
i) Statistische Veröffentlichungen
j) Internet-Recherchen
k) SCHUFA Einträge
Zum Schluss
Die aufgeführten Möglichkeiten an Informationen zu kommen und Recherchen auszuführen, machen es möglich, die Bonität mit hinreichender Genauigkeit einzuschätzen und so das Risiko der Verzögerung des Zahlungseingangs oder des Forderungsausfalls zu vermindern.
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