Führungskraft - und jetzt?
Wenn Gründerinnen Arbeitgeberinnen werden
Es gibt zahlreiche Branchen, in denen eine Gründerin direkt mit Personal starten muss. Ein Pflegedienst zum Beispiel. Die Rolle der Arbeitgeberin ist neu - und wirft zunächst viele Fragen auf.
Am Wochenbeginn traf ich Frau M. in meinem Büro zu einem Coaching. Frau M. kenne ich schon länger. Sie ist Gründerin und ich hatte sie in der Zeit begleitet.
Jetzt hat sie alle ihre Träume verwirklicht und ist gestartet. Als ehemalige Krankenschwester hat sie nun ein kleines Unternehmen für Mobile Alten-Pflege. Tapfer und tatkräftig hat sie sich im Alter von 48 Jahren in die Selbstständigkeit gestürzt.
Sie ist schon recht zufrieden. Ihr aktuelles Problem: Jetzt hat sie Mitarbeiterinnen, nämlich drei Frauen, die für sie und mit ihr arbeiten und nun ist Frau M. Führungskraft. Da tut sie sich wirklich schwer mit. Sie berichtet mir von ihren unterschiedlichen Überlegungen, nämlich wie soll sie sich bei Konflikten verhalten oder wenn es Kritik von Kunden gibt.
Überhaupt: Wie soll sie die Rolle als Führungskraft ausfüllen? Ich bat sie, sich über folgende Fragen Gedanken zu machen:
Was erwarten Sie von Ihren Mitarbeiterinnen?
Was erwarten Ihre Mitarbeiterinnen von Ihnen?
Wie werden Sie die gemeinsame Arbeit gestalten? Gibt es regelmäßige Austauschtermine, Besprechungen, Jour fix ...?
Wie delegieren Sie was an wen?
Fragen über Fragen, die klären sollen: Wie fülle ich meine Rolle als Führungskraft aus.
Frau M. hatte wieder einige „Hausaufgaben" zu bearbeiten. Ich freue mich auf unseren nächsten Termin und Frau M. ist ganz neugierig gegangen und selbst auf ihre Antworten gespannt.
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