Minimizing!

Vom Hauptberuf in den Nebenberuf

19.08.2010, 08:57 von Birgitt Torbrügge

Mein Auto ist defekt. Nichts Großes. Es geht halt öfter einfach mal aus. Ich würde damit niemanden behelligen wollen, wenn nicht die Werkstatt meines Vertrauens neuerdings ein Teilzeitbetrieb wäre. Der Meister gab die Lizenz für die Vertragswerkstatt vor gut einem Jahr ab - und wechselte nach fast 20 Jahren Selbstständigkeit in den Öffentlichen Dienst. Seine Werkstatt betreibt er nun im Nebenberuf. 



Das Murren seiner neuen Kollegen und Kolleginnen über den Stress am Arbeitsplatz versteht er nicht. Noch nie hat er bei so wenig Arbeit so viel verdient, planbare Freizeiten und Einkommen gehabt oder Fortbildungen bezahlt bekommen.

Er ist glücklich mit seiner Entscheidung, seine Familie auch.

Nur ich leide etwas: Meine Lieblingswerkstatt ist nicht mehr gut zu erreichen. Die Telefonate gehen ins Leere oder belästigen ahnungslose Familienmitglieder. Bestenfalls ist der Anrufbeantworter eingeschaltet. Auf Rückrufe muss ich tagelang warten. Der Wagen wird nur am Abend oder freitags repariert.

Das Gros der Gründungen fängt in Teilzeit an und wächst langsam, so gewollt und gekonnt, in Richtung Vollzeitarbeitsplatz. Nun ist die Gründung einer Teilzeit-KFZ-Werkstatt nicht unbedingt empfehlenswert: Die Halle, das Grundstück, die Werkzeuge ... das geht selten ohne Darlehen. Wenn die Werkstatt da nicht rund um die Uhr ausgelastet ist, bleibt kein Geld für Zinsen und Tilgung übrig. Auch hohe feste Betriebskosten - Lehrlinge, Gesellen, Versicherungen, Mieten - lassen sich nicht mit einer Teilzeit-Auslastung finanzieren.

Je teurer die Gründung, je höher die laufenden Kosten, desto weniger eignet sich die Geschäftsidee zum Teilzeitgeschäft. Das betrifft nicht nur die Werkstatt, sondern auch Ideen im Bereich von Gastronomie oder Einzelhandel.

Üblich ist die Teilzeitgründung eher im weniger kostenintensiven Dienstleistungsbereich.

Soll dennoch eine Werkstatt, ein Einzelhandel oder ein Gastronomiebetrieb gegründet werden, dann kann dass wirtschaftlich nur sein, wenn sich mehrere Teilzeitselbständige zusammentun.

Aber rückwärts, gegen alle Trends den Betrieb zu verkleinern, das geht dann schon. Vorausgesetzt, die Darlehen sind bezahlt und die Räume müssen nicht teuer gemietet werden. So wie bei meiner Lieblingswerkstatt, die nun auch bestens ausgerüstete Arbeitsplätze an Hobby-Schrauber und Schrauberinnen vermietet.

 

www.unternehmensberaterin-torbruegge.de






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Aber … lohnt sich das? Aber … kann das gelingen? Aber … geht das denn? Nur ein bisschen selbstständig? Mit der Gründung eines kleinen Unternehmens sind nicht nur Bedenken, sondern auch Hoffnungen und Träume sind verbunden. Ob als kostendeckendes Hobby begonnen, als Chance für ein Zusatzeinkommen wahrgenommen oder als wachstumsorientierter Markttest unternommen - eine Gründung in Teilzeit bzw. im Nebenerwerb ist eine wunderbare und ökonomisch wenig riskante Gründungsform, die auch ihre Tücken haben kann.
Hier geht es um Besonderheiten im Kleinstbetrieb, Erfahrungen aus der Beratungspraxis und Entwicklungsmöglichkeiten für Teilzeitgründerinnen.

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