Der Sprung ins kalte Nass
Wie Erfahrung im Ausland stark macht
Sein eigener Chef sein, flexible Arbeitszeiten haben und dem nachgehen, was Spaß macht: Selbstständigkeit klingt verlockend. Auch Kathrin, die ihr Design-Studium erfolgreich abgeschlossen hatte, entschied sich für den Sprung in die Selbstständigkeit und gründete ein Designbüro.
Frisch von der Uni und unerfahren musste sie jedoch, wie viele andere, zunächst mit einigen Hürden kämpfen. Vor allem Geldknappheit schränkt viele UnternehmensgründerInnen in der Anfangsphase ein. Zusätzlich machte Kathrin negative Erfahrungen mit einigen Kunden, die entweder Rechnungen nicht zahlten oder den Wert ihrer Arbeit nicht schätzten. So schaute sie sich nach Förderungsmöglichkeiten um, die sie in ihrer Weiterentwicklung unterstützen könnten.
Auf ihrer Suche stieß sie auf das EU-Projekt „Erasmus für Jungunternehmer“. Dort haben JungunternehmerInnen die Möglichkeit, wertvolle Erfahrungen bei einer/ m erfahrenen UnternehmerIn im EU-Ausland zu sammeln. Organisationen wie die Arbeitsstelle Forschungstransfer der Universität Münster unterstützen Interessierte, dieses Vorhaben zu realisieren. Ziel des Aufenthaltes ist es, die Knüpfung neuer Kontakte zu fördern und jungen „Entrepreneuren“ dabei zu helfen, ihr Unternehmen zu stärken oder eine bestehende Unternehmensidee auszubauen. Nach ihrer erfolgreichen Bewerbung fand Kathrin einen passenden gastgebenden Unternehmer in Spanien.
Drei Monate hatte sie die Gelegenheit, ihm auf die Finger zu schauen, mit ihm Ideen auszutauschen und sich gleichzeitig in seine Projekte einzubringen. Die Chemie zwischen den beiden stimmte. Er gab ihr hilfreiche Tipps, erfolgreich mit schwierigen Kunden umzugehen und gleichzeitig neuen Mut, an ihrer Idee festzuhalten. Im Gegenzug unterstütze Sie ihn im Grafik Design, in der Wettbewerbsanalyse und mit der Einbringung ihrer kreativen Ideen. Das bindende Glied zwischen den beiden Unternehmern war die Philosophie, nachhaltig zu wirtschaften und die Umwelt zu schonen. In Spanien lernte Kathrin außerdem neue Arbeitsweisen kennen und konnte ihre Sprachkenntnisse auffrischen. Finanziell wurde der Austausch von der EU unterstützt.
Zurück in Deutschland blickt Kathrin auf drei erfolgreiche Monate zurück. In vielen Aspekten konnte Kathrins Gastgeber ihre Ängste und Zweifel nehmen. Sie möchte weiterhin mit der Firma zusammenarbeiten und plant eine Verlängerung ihres Aufenthaltes in 2012.
Tweet
zurück




