Nur mit Fleiß kommt Lieschen nicht weit

Wer Erfolge haben will, muss über sie reden

17.09.2009, 17:37 von Regina Ahrens

Wer kennt sie nicht, die fleißige Studentin, die bei jeder Klausur mit Bestnote abschneidet, sich immer als erste für die schwierigen Referatsthemen meldet - und deren Namen einem trotzdem nicht einfallen will.



Das Fleißige-Lieschen-Image scheint öfter an Frauen zu haften, als an ihren männlichen Kommilitonen. Die haben mit ihrem Motto „Tu wenig, aber rede viel" oft Erfolg bei der Vergabe von Hiwi-Jobs oder Praktikumsplätzen.

Nicht nur im Studium ist das so. Auch im Berufsleben prallen weibliche und männliche Kommunikationsmuster oft aufeinander. Dabei ist der Alltag in vielen Branchen männlich dominiert. Klar, denn bis vor kurzem spielten Frauen in der Arbeitswelt nur als Sekretärinnen, Assistentinnen oder Putzfrauen eine Rolle. Keine Konkurrenz für die Männer also. Ein fleißiges Lieschen kommt daher bis heute nur in sofern gut an, als dass man die lästigen Arbeiten bei ihr abladen kann. Wenn aber die nächste Beförderung ansteht, denkt allerdings kaum einer an sie.

Wer Erfolg haben will, muss sich durchsetzen

Lieschen bekommt den heißbegehrten Praktikumsplatz bei der großen Beratungsfirma nicht, nur weil sie fleißig ist. Fleiß allein reicht auch nicht aus, wenn sie später einmal zur Vorstandsvorsitzenden eines großen DAX-Unternehmens gewählt werden will. Oder wenn sie sich dazu entscheidet, einen Jugendtraum zu verwirklichen und selbstgemachte Schokolade über das Internet verkauft. Sie muss auch lernen, über ihre Erfolge zu reden, sich selbst ins rechte Licht zu rücken, zu sagen was sie kann und was sie will.

Wer schon außerhalb des Studiums Verantwortung übernimmt, zum Beispiel bei einer Studenteninitiative mitarbeitet oder nebenberuflich selbstständig arbeitet, lernt früh, seine Qualitäten einzuschätzen und vor allem auch auszusprechen. Das kann nur gut sein - egal in welcher Lebenssituation. Die männlichen Beweihräucherungss-Muster brauchen wir dazu ja nicht unbedingt zu übernehmen ...

Tipp zum Weiterlesen:
Marion Knaths: Spiele mit der Macht, Hoffmann und Campe Verlag






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Wie lange muss ich beruflich schon „fest im Sattel“ sitzen, bevor ich mich mit meiner Geschäftsidee selbstständig mache? Gar nicht. Regina Ahrens und Mareike Knue sind davon überzeugt, dass Gründungen während des Studiums oder direkt im Anschluss daran in vielen Lebenssituationen sinnvoll sind. Vielleicht sind Studenten sogar die besseren Unternehmer? Denn wer studiert, ist es meist gewohnt, sich selbst zu organisieren und vor allem zu motivieren. Außerdem: Wer schon im Studium sein eigener Chef ist, sammelt wichtige Berufs- und Lebenserfahrungen und kann nebenbei auf den Kellnerjob verzichten. Aber wie genau wagt man sich an das Thema heran? Welche weiteren Vorteile bringt eine berufliche Selbstständigkeit für Studierende? Hier gibt es Antworten auf diese und andere Fragen.

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