Viele Wege führen zum Unternehmertum
Ein Beispiel aus dem Mittleren Osten
Im chinesischen Horoskop ist 2010 das Jahr des Tigers. Das möchte ich zum Anlass nehmen, Ihnen das Buch „Der weiße Tiger" von Aravind Adiga zu empfehlen. Balram Halwai ist Diener, Philosoph, Mörder - und Unternehmer ...
Einen Businessplan braucht er nicht, er besucht auch keine Kurse über Steuerrecht; er ist ein Self-made man. Als er erfährt, dass der chinesische Ministerpräsident nach Indien kommt, um das Geheimnis des dortigen Wirtschaftsbooms zu ergründen, beschließt Balram, dem Politiker einen Brief zu schreiben. Darin erklärt er, wie man wirklich Unternehmer wird, jenseits der glitzernden Vorzeige-Start-ups. Er erzählt dem Ministerpräsidenten seine Geschichte.
Nicht genügend Recht für alle
Dass er auf seinem Weg nach oben nicht immer im Sinne des Gesetzes handeln konnte, ist nicht verwunderlich. Während seiner Kindheit in der indischen Provinz macht er früh die Erfahrung, dass das Recht selten auf der Seite der Armen steht. Sein Vater, ein Rikschafahrer, stirbt im Krankenhaus, weil kein Arzt sich seiner annehmen will.
Vom Rikschafahrer-Sohn zum Großstadt-Chauffeur
Balram selbst gelingt es, nach Delhi zu ziehen. Dort findet er dank seiner Chuzpe schnell Arbeit: Als persönlicher Fahrer kutschiert er die Reichen und Mächtigen in einem Honda City durch den Großstadt-Dschungel. Schließlich wird klar, warum der Diener und Philosoph auf seinem Weg zum Unternehmer auch zum Mörder werden muss...
Die Geschichte vom weißen Tiger
Die Geschichte von Balram ist in mancher Hinsicht die eines klassischen Emporkömmlings. Gleichzeitig vermittelt sie einen aufschlussreichen, erfreulich kitschfreien Einblick in die indische Gesellschaft. Sie zeigt, wie unterschiedlich Unternehmertum und der Weg dorthin sein können - und ist dabei äußert spannend und unterhaltsam.
Zum Weiterlesen:

Aravind Adiga: Der weiße Tiger
ISBN: 978-3406576911
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