„Networking or not working“

Oder: Wie wichtig der Austausch mit Gleichgesinnten ist

13.10.2009, 17:05 von Regina Ahrens

Wer tut es schon gerne? Fremde Leute ansprechen und sich als Person, das eigene Produkt oder eine Dienstleistung „anpreisen“? Netzwerken ist trotzdem wichtig. Muss aber nicht immer nur lästiges Händeschütteln und belangloser Smalltalk sein ...



Marie ist begeistert. Bisher dachte sie immer, netzwerken wäre lästig, peinlich, nutzlos. Bis sie letzte Woche auf dieser Messe war. Im Internet hatte sie von der Veranstaltung erfahren. Davon, dass mehrere Duzend selbstständige Frauen sich und ihre Produkte oder Dienstleistungen präsentieren würden. Dass es Workshops und die Möglichkeit zum Netzwerken geben würde.

Erst wollte sie nicht hingehen. Schließlich hat sie keine konkrete Gründungsidee. Kam sich ein bisschen fehl am Platz vor, auf so einer Messe für Gründerinnen und Unternehmerinnen. Sie, die kleine Studentin, die eigentlich noch nicht wusste, wie es nach dem Studium überhaupt mit ihr weitergehen sollte. Sich selbstständig zu machen, das war nur eine unter ganz vielen Möglichkeiten für sie.

Als sie sich das Programm der Messe durchlas, kam ihr der alte Spruch ihres Papas wieder in den Sinn: „networking or not working“. Aber wie sollte sie auf so einer Fachveranstaltung netzwerken, wenn sie noch nicht einmal genau wusste, mit welchem Thema? Würde sie sich nicht total lächerlich machen?

Aber das Workshopangebot reizte sie schon … Und außerdem schadet es ja auch nichts, mal zu gucken, was andere so machen …

Schließlich ging sie hin. Und war begeistert. Darüber, wie vielfältig das war, was die Ausstellerinnen an ihren Ständen zu bieten hatten. Womit man sich überhaupt selbstständig machen kann! Über die einzelnen Produkte kam sie schnell ins Gespräch mit einigen Frauen. Sie hörte, über welche (Um)Wege sie dazu gekommen waren, sich selbstständig zu machen. Welche Herausforderungen, Chancen und Probleme damit verbunden waren.

Das war mehr als das, was sie immer mit dem Wort "netzwerken" verbunden hatte. Mehr als Händeschütteln und Smalltalk. Marie fühlte sich richtig gut, als sie sich nach der Messe auf den Heimweg machte. Sie hatte mutige Frauen kennengelernt, ihre Lebensgeschichten erfahren und ganz nebenbei Kontakte geknüpft, auf die sie zurückkommen konnte, wenn sie sich einmal tatsächlich dazu entscheiden sollte, sich selbstständig zu machen.

Tipp:
Eine solche Austauschmöglichkeit bietet sich unter anderem auf Gründerinnen- oder Unternehmerinnentagen, z.B. am 17.10.2009 in Düsseldorf, am 23.10.2009 in Stuttgart oder am 17.4.2010 in Gelsenkirchen. Hinweise zu solchen und ähnlichen Veranstaltungen finden Sie auf den Seiten der bga - bundesweite gründerinnenagentur.






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Wie lange muss ich beruflich schon „fest im Sattel“ sitzen, bevor ich mich mit meiner Geschäftsidee selbstständig mache? Gar nicht. Regina Ahrens und Mareike Knue sind davon überzeugt, dass Gründungen während des Studiums oder direkt im Anschluss daran in vielen Lebenssituationen sinnvoll sind. Vielleicht sind Studenten sogar die besseren Unternehmer? Denn wer studiert, ist es meist gewohnt, sich selbst zu organisieren und vor allem zu motivieren. Außerdem: Wer schon im Studium sein eigener Chef ist, sammelt wichtige Berufs- und Lebenserfahrungen und kann nebenbei auf den Kellnerjob verzichten. Aber wie genau wagt man sich an das Thema heran? Welche weiteren Vorteile bringt eine berufliche Selbstständigkeit für Studierende? Hier gibt es Antworten auf diese und andere Fragen.

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