Wege aus der Sackgasse

Arbeitslos nach dem Studium? Nicht mit mir!

03.02.2010, 13:56 von Regina Ahrens

Was war das für ein schöner Tag gewesen… Es kam ihr vor wie eine Ewigkeit. Dabei war es doch erst zwei Monate her, dass sie stolz ihr Abschlusszeugnis in den Händen gehalten hatte. Mit Auszeichnung hatte sie ihr Ökotrophologie-Studium abgeschlossen. Mit Auszeichnung!

Und jetzt stand sie vor dem nichts: Zurück zu den Eltern in ihr altes Kinderzimmer gezogen, 27 Bewerbungen geschrieben, genauso viele Absagen bekommen, fünf Mal beim Arbeitsamt gewesen...



War sie wirklich so schlecht? Warum sah ihre Zukunft so schwarz aus, obwohl vorher alles so gut geklappt hatte? Hatte sie vielleicht doch das Falsche studiert – wie Onkel Ernst es immer behauptet hatte? Jura oder Lehramt hatte er ihr vorgeschlagen. Dabei wusste sie schon damals, dass sie DAS nicht wollte. Aber was waren eigentlich ihre Pläne für die Zukunft? Was begeisterte sie?

Ihre Bewerbungen hatte sie alle ohne viel Herzblut geschrieben, das fiel ihr jetzt im Nachhinein auf. Während des Studiums hatte sie ja auch nie Zeit gehabt, sich wirklich mit ihren Berufswünschen auseinander zu setzen. Sie war ja ständig zwischen Praktika, Vorlesungen und Hiwi-Job hin- und hergependelt und hatte kaum eine freie Minute.

Erst jetzt wurde ihr bewusst, dass etwas fehlte. Nicht nur in den ganzen Bewerbungen, sondern insgesamt in ihrem Leben. Sie war an einem Punkt angelangt, an dem sie nicht mehr wusste, was ihr Ziel war. Wenn sie das früher gefragt wurde, hatte sie immer gesagt „Mein Studium so gut wie möglich abschließen“. Das war jetzt geschafft. Und was kam als Nächstes?

Arbeiten – klar. Aber als was? Hatte sich nicht die Tante eines Freundes als Ernährungsberaterin für Stoffwechselerkrankte selbständig gemacht? Vielleicht könnte sie ja etwas Ähnliches machen, nur für übergewichtige Jugendliche…

In ihrem Kopf rumorte es. Je mehr sie darüber nachdachte, desto spannender fand sie den Gedanken. Die nächsten Wochen verbrachte sie damit, ihn weiterzuspinnen, sich Informationen zu beschaffen, ihre Idee auf Herz und Nieren zu prüfen.

Sie wird noch viel Zeit und Kraft in die Verwirklichung ihrer Idee stecken aber das Wichtigste ist: Sie weiß jetzt was sie will!

 

Tipp:

Für viele Studierende ist kurz vor Abschluss ihres Studiums noch nicht klar, wie sie sich anschließend beruflich orientieren möchten. Die berufliche Selbständigkeit als Option neben der „abhängigen Beschäftigung“ wird an den Hochschulen nur selten thematisiert.

Helfen kann die Teilnahme an einem Seminar zum Thema "Was kommt nach dem Studium? Von der Idee zum Konzept", das im Sommersemester 2010 an der Universität Münster stattfindet. Weitere Informationen finden Sie hier.

www.uni-muenster.de/AFO/

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Wie lange muss ich beruflich schon „fest im Sattel“ sitzen, bevor ich mich mit meiner Geschäftsidee selbstständig mache? Gar nicht. Regina Ahrens und Sarah Eberhard sind davon überzeugt, dass Gründungen während des Studiums oder direkt im Anschluss daran in vielen Lebenssituationen sinnvoll sind. Vielleicht sind Studenten sogar die besseren Unternehmer? Denn wer studiert, ist es meist gewohnt, sich selbst zu organisieren und vor allem zu motivieren. Außerdem: Wer schon im Studium sein eigener Chef ist, sammelt wichtige Berufs- und Lebenserfahrungen und kann nebenbei auf den Kellnerjob verzichten. Aber wie genau wagt man sich an das Thema heran? Welche weiteren Vorteile bringt eine berufliche Selbstständigkeit für Studierende? Hier gibt es Antworten auf diese und andere Fragen.

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