Pubertät im Internet

Oder: Wie komme ich zu einer schönen Webseite?

14.02.2010, 12:32 von Astrid Hochbahn

Können Sie sich noch an die Zeit erinnern, als Sie anfingen, über Jungs, Aussehen, Pickel, erste Küsse und Parties nachzudenken? Ich hoffe, Sie haben weitgehend angenehme Erinnerungen. Aber ganz leicht war es vermutlich auch bei Ihnen nicht. Ich jedenfalls kann mich noch an so manches emotionales Auf und Ab erinnern.



Andere wussten scheinbar genau, wie man gut durch diesen Lebensabschnitt kommt, andere schienen ihn komplett zu verschlafen. Ich hingegen war wohl eher eine Nachzüglerin und brauchte eine ganze Weile, bis das Ganze mir Spaß machte.

Ja, ich will!

Ähnlich geht es mir mit meinem Internet-Auftritt. Für manche ist der Schritt ins World Wide Web kein großes Problem. Sie finden jemanden, der ihnen günstig zur ersten Website verhilft. Oder ihre Ansprüche sind nicht groß. Andere beschließen, dass das Internet erstmal auf sie verzichten muss - oder sie auf das Internet.

Ich aber will! Nur habe ich ganz eigene Vorstellungen und keine Ahnung davon, wie ich sie umsetzen soll. Ich beginne Webseiten aufmerksam zu betrachten. Wie sieht so eine Seite eigentlich aus? Wie funktioniert die Navigation? Was ist verlinkt? Was wird mir präsentiert? Welche mag ich, welche nerven schon nach wenigen Sekunden?

Viele Seiten sind glänzend strukturiert und so interessant wie die Übersichtstafel in der Stadtverwaltung, die mir sagt, wer in welchem Zimmer sitzt. Gut, man braucht so was, wenn man einen neuen Pass beantragen will. Aber nur die Tatsache, dass ich unbedingt verreisen will und ich die Reise doch lieber mit gültigen Papieren antrete, kann mich dazu bringen, mich mit dieser Art Internet-Seite dauerhaft auseinander zu setzen. Hätte ich die Wahl, wäre ich nach drei Sekunden wieder weg. Ja genau! So schnell verliert man im Internet nämlich seine Kunden wieder. Die Bereitschaft, längere Texte zu lesen, ist gering.

Ich brauche einen Profi!

Da meine KundInnen mich meist nicht ganz so dringend brauchen wie einen Pass, frage ich mich: Was wollen sie wissen und lesen, wenn sie auf meine Seite klicken? Mein Gefühl sagt mir, Fakten sind das eine, Farben und Gestaltung das andere. Es gibt nur wenige Internet-Seiten, die mir auf Anhieb auffallen, weil ich sie wunderschön finde. Die bleiben bei mir haften. Ob ich dadurch unmittelbar mehr kaufe, bleibt vorerst dahin gestellt, aber zumindest sind mir ihre Verfasser sympathisch und ich betrachte sie als kompetent. Prima: Sympathisch und kompetent will ich auch gefunden werden. Also brauche ich eine gut gestaltete Website. Nur leider habe ich viele Talente, aber Gestaltung gehört wirklich nicht dazu. Neidvoll betrachte ich Menschen, die durch ein geglücktes Arrangement weniger Kissen, Farben und Gegenstände ein Ambiente von Schöner wohnen in ihre Wohnungen zaubern. Bei mir sieht das leider nie so aus. Von solchen Menschen bekomme ich auch diese wundervoll dekorierten Geschenke, die ich nur verschenken kann, wenn ich alles gleich im Geschäft einpacken lasse. Ich mache zwar gerne alles Mögliche selbst und lasse mir nur ungern in meine Selbstständigkeit hineinreden - wozu ist man schließlich selbstständig! - aber hier brauche ich Unterstützung. Ganz abgesehen davon, dass mein voller Zeitplan ein Do-it-yourself-Programm in Sachen Website gar nicht zulässt. Gut, dass ich meine Grenzen kenne. Ich brauche einen Profi!

Hübsch? Von wegen!

Leider wird es jetzt so richtig schwierig. Es gibt zwar jede Menge Grafiker, Werbe-Agenturen und Web-Designer, aber wem kann ich meine Außendarstellung im Internet anvertrauen? Das ist ja so, als ließe ich mich vor einem Rendezvous von einem Fremden anziehen. Wer versteht, was ich über mich sagen will und wie ich mich präsentieren will und kann das noch in Bilder fassen? Ich brauche so was wie Farb- und Stilberatung, Kosmetiker, Präsentations-Coach und Lieblings-Klamotten-Laden in einem.

Ich surfe und surfe und lerne - und natürlich gibt es auch bei den Profis riesige Unterschiede. Die einen legen Wert auf Gestaltung, die anderen auf Usability und intuitive Bedienerführung, die nächsten finden, eine Website muss vor allen Dingen gut gegliedert sein. Ja, schön und gut - diese Seiten, auf denen man minutenlang suchen muss, um die nötigen Informationen zu finden, gehen mir auch auf die Nerven, aber geht nicht vielleicht beides? Gute Gliederung und schönes Design? Ich lerne, dass manche ganz andere Vorstellungen von schön haben als ich. Ich lerne, dass Kommunikation eine große Rolle spielt. Eine Website, die mir gefällt, ist wie ein Foto, für das ich mich extra schön gemacht habe. Hand aufs Herz, wie viele Schnappschüsse, die man Ihnen unter die Nase hält, gefallen Ihnen? „Genau so siehst Du aus. Da siehst Du aber hübsch aus!" Hübsch? Von wegen! Ich beschließe, wenn ich solche Fotos sehe, dass ich dringend abnehmen sollte. Und dass ich, von schräg unten fotografiert, ein Doppelkinn habe. Aber es reicht, wenn ich das weiß. Mit Sicherheit werde ich mich so nicht im Internet präsentieren. Da soll meine Schokoladen-Seite hin.

Geld ausgeben soll Spaß machen

Wer also ist in der Lage, meine Vorzüge und Qualitäten zu sehen? Ich brauche jemanden, der versteht, was meine Schokoladen-Seite ist bzw. was ich dafür halte und der Welt zeigen möchte. Jemand, der eine wunderschön funkelnde Schokoladen-Webseite für mich macht.

Wie finde ich heraus, wer mich unterstützen kann? Je besser ich weiß, was ich will, beschließe ich, desto besser kann ich das mitteilen. Ich surfe also weiter und sammle weiter Eindrücke, was mir gefällt. Bei Internet-Dienstleistern und Grafikern blättere ich durch die Referenzen und gucke, was sie für andere gemacht haben. Ich beschließe radikal nur noch meinem Gefühl zu vertrauen. Entweder gefällt mir eine Seite oder nicht - da können andere gerne andere Kriterien haben als ich. Ich weiß genug über mein Unternehmen und meine KundInnen und habe in der Vergangenheit ebenfalls das richtige Gespür bewiesen, was stimmig ist. Auch meine Texte schreibe ich selbst. Da will ich mir nicht reinreden lassen.

Mein Kontakt mit den Profis wird klarer. Ich sage, was ich will - und wenn ich merke, dass die Kommunikation nicht stimmt, verabschiede ich mich. Ich habe beschlossen, dass Geld ausgeben Spaß machen soll. Wer mich als Kundin haben will, soll mich gut behandeln und mir nicht das Gefühl vermitteln, dass ich keine Ahnung habe.

Eine nervige Kundin will ich auch nicht sein

Mein Beruf bringt es mit sich, dass ich auch Nachrichten von der „anderen Seite" höre. Siehe da! Auch die Profis finden den Kontakt mit ihren Kunden gar nicht so einfach. Sie kriegen zu hören, dass ihre Preise zu hoch sind. Ein Korrekturwunsch nach dem nächsten flattert herein, Texte und Fotos werden bröckchenweise geliefert, nichts kann abgeschlossen werden. Kaum ist etwas fertig, überlegen sich die Kunden wieder alles anders.

Okay, eine nervige Kundin will ich auch nicht sein. Kommunikation ist keine Einbahn-Straße - gutes Miteinander heißt, dass beide Seiten sich aufeinander einstellen. Dass das auch praktisch funktioniert - diese Erfahrung mache ich, als ich „die Richtigen" gefunden habe: eine Internet-Agentur, die professionell, nett und zügig arbeitet, und eine Grafikerin, die versteht, wovon ich rede und das in Bildern ausdrückt, was ich nie so hätte beschreiben können. Ich sehe ihre Entwürfe und denke, ja, genau so gefällt es mir. Klar schieben wir noch ein paar Kleinigkeiten, aber ich fühle mich verstanden und gesehen.

Erinnern Sie sich noch, als es endlich klappte mit dem ersten Verliebtsein? So ähnlich ist das dann, wenn die Webseite fertig ist ...

Ich bin jetzt online!!!

www.berufswegberatung.de






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Was macht eine Frau zur erfolgreichen Unternehmerin? Ein BWL-Studium, das Aufwachsen im Unternehmer-Haushalt, das richtige Gespür zur richtigen Zeit oder Erfahrung, gute Ideen und der Glaube an sich selbst? Politik und Wissenschaft möchten am liebsten Tests kreieren, die mit einigen Kreuzchen eindeutige Ergebnisse liefern. „Sind Sie ein Unternehmer-Typ?“ – so heißt es in vielen Broschüren und Existenzgründungs-Ratgebern. Astrid Hochbahn ist davon überzeugt, dass sich Selbstständigkeit lernen lässt. Erfolgreiche Unternehmerinnen fallen nicht vom Himmel.

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