Familie und Firma - passt das alles in einen Tag?
Gespräche mit pubertierenden Kindern sind auch Arbeit
Ich sitze mit Geschäftsfreundinnen in einer Runde. Wir erzählen uns, was wir letzte Woche so alles auf die Beine gestellt haben, welche Projekte wir in unseren Firmen angeschoben haben, was erfolgreich war, was weniger erfolgreich war ... In mir kommt ein komisches Gefühl hoch.
Ich könnte doch noch viel mehr erreichen, viel mehr in Bewegung setzen. Es mangelt mir nicht an Ideen, an Durchsetzungskraft, an Willen. Trotzdem habe ich das Gefühl, es reicht nicht. Ich bin ein bisschen neidisch auf die Erzählungen der anderen: Ich als Zeitmanagement-Expertin sollte es doch schaffen, meine Ziele zu erreichen.
Dann bin ich an der Reihe und erzähle, was los war: Mein Sohn hat Probleme bei seiner Lehrstelle. Er ruft mich ständig an und ist völlig verzweifelt, da er glaubt, den falschen Beruf gewählt zu haben. Meine Tochter hat eine Zahnspange bekommen, sie hat ziemliche Schmerzen und braucht neben Zuwendung auch geriebenen Apfel. Der große Sohn meines Mannes zieht bald aus, ich habe mit ihm eine Aufstellung der Finanzen gemacht, ihn über Nebenkosten bei Mietwohnungen aufgeklärt und gebrauchte Möbel besorgt. Die Tochter meines Mannes ... und übrigens, eine Katze von uns wurde überfahren ...
Meine Kolleginnen sehen mich grinsend an. Dann fällt ein Satz, der mich tief berührt:
"Meine Liebe - Familie ist auch Arbeit!"
Tatsächlich, ich habe all diese Energie, die ich für die Familie aufbringe, nicht als Arbeit angesehen. Dabei binden all diese Situationen und lieben Menschen meine Energie, meine Kraft und meine Zeit. Und ich habe das nicht gesehen, sondern als ... ich weiß es nicht.
Ich möchte meine Familie nicht als "Punkt auf der To-do-Liste" wissen, sondern mich erleichtert der Gedanke, dass ich damit etwas anderes leiste.
Danke, liebe Lioba!
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