Liebesgeschichte im Schnee
Sie hinterlassen Spuren. Wie schön!
Liebes-Geschichten gesucht! Erfinden Sie im neuen Jahr viele eigene und entdecken Sie Ihre Möglichkeiten.
Letztens war ich noch spät abends spazieren, weil mich immer wieder frisch gefallener Schnee lockt: Unberührtes Feld vor mir haben! Manchmal kann ich mich dann auch an meinen eigenen, hinterlassenen Spuren freuen, manchmal bedauer ich aber auch, dass ich durch meine Schritte etwas zerstöre, was ich vor allem unberührt liebe. Wer lebt, hinterlässt Spuren, immer!
Plötzlich tauchen vor mir fremde Spuren auf: Zwei Menschen sind vor mir den Weg nebeneinander entlang gegangen. An einer breiteren Stelle finde ich ein großes Herz mit Schuhspuren in den Pulverschnee gemalt. Wohl ein Liebespaar?! Ich blicke umher, entdecke aber keine Menschen in Sichtweite. Der Weg des Paares geht weiter, nebeneinander, ab und zu sind sie wohl stehengeblieben, haben vielleicht eine Schneeballschlacht gemacht und sich wieder dicht zueinander gestellt, in den Arm genommen, vielleicht geküsst. Ich habe mich darüber gefreut und gedacht, dass das eine schöne Art ist, Spuren zu hinterlassen und dass Spuren Geschichten erzählen können, Liebesgeschichten zum Beispiel.
Es gibt aber auch andere Spuren, die wir nicht mögen. Wenn ein Kind mit seinem Hund draußen im Wald getollt hat, dann müssen meist andere die Spuren von lehmigen Schuhen und nassen Pfoten im Treppenhaus wegwischen. Wenn Tränen fließen, können sie Spuren von Wimperntusche hinterlassen, zumindest bei uns Frauen. Wenn Menschen sich verstecken, vermeiden sie Spuren. Es gibt viele Spuren, die auf etwas hindeuten, was nicht schön ist, keine Liebesgeschichte, sondern an seelische und körperliche Verletzungen erinnern.
Was haben die schönen Spuren, die heiteren, verspielten, liebevollen mit den dunklen, traurigen, Angst einflößenden zu tun? Sie können den Blick auf Neues lenken, Mut machen, auf neue Wege locken, die gut tun und in die Weite führen. Dafür ist es sinnvoll, Begleitung und Unterstützung zu haben.
Und da ich ja unter dem Motto "Spiritualität und Beruf" schreibe, möchte ich noch den Kreis schließen zu den Möglichkeiten, die in jedem Moment des Alltags liegen: Egal wo Sie arbeiten, was Sie tun, wer Ihr Gegenüber, Ihr Kunde ist, mit wem Sie es zu tun haben: Sie können gute, schöne Spuren hinterlassen, bei jeder Begegnung. Das tolle ist, dass nicht nur andere etwas davon mitbekommen, sondern Sie sich auch über Ihre Spuren freuen, wenn Sie sich dann einmal umschauen. Das ist Glück, finde ich. Und das ist dann ein kleiner, aber wichtiger Teil der Antwort auf die Frage nach dem Sinn im Beruf.
Ich wünsche uns allen in diesem neuen Jahr viel Freude am Spurenhinterlassen und am Finden ganz vieler Liebes-Geschichten, auch wenn der reale Schnee irgendwann wieder tauen wird!
Tweet
zurück
21.02.2010, 11:37
Erika Sudau
Hola Frau Anke Dinsing, ich fand ihre Webseite informativ und bin natürlich aufmerksam dem Thema Spiritualtität im Beruf gefolgt. Da ich selbst seit 19 Jahren eine Spirituelle Praxis betreibe und lebe. Übrigens, davon einige Jahre in Mülheim an der Ruhr. Es war mir ein Bedürfniss ihnen zu schreiben. Vielleicht ergibt sich ja ein neues Netzwerk wo wir unsere Kenntnisse übergreifend nutzen und weitergeben können. Da ich auch von ihrem "Traum" gelesen habe, den ich für mich schon umsetzen konnte - auf dem Land leben und Menschen durch Krisensituationen begleiten - können wir uns sicher auch gegenseitig "befruchten". Übrigens mein Hobby ist u.a. Schreiben... Falls sie mal einen Artikel über spirituelle Arbeit in und mit Familien benötigen, schreibe ich diesen gern. Einen sonnenstrahlenden Gruß nach Mülheim sendet Erika Sudau aus Mallorca www.spirituelle-praxis.de www.lehrer-spiegel.com



