Bitte keine Trennung mehr!
Harte Arbeitswelt und softe Religion
Warum ich eigentlich einen neuen Blog-Titel brauche.
Spätestens alle 14 Tage frage ich mich erneut, ob ich den Dualismus weiter fördern soll, den mein Blog mit dem Titel "Spiritualität und Beruf" darzustellen scheint. Sind es zwei verschiedene Themen, die im Leben nebeneinander stehen, wie Mathe und Deutsch in der Schule es tun?
Für manche ist es vielleicht selbstverständlich, Körper, Geist und Seele nicht mehr als Getrenntes zu verstehen, vielleicht verwenden sie sogar das Wort "Leib", um diese Ganzheitlichkeit zu beschreiben. Aber bei "harten" Themen wie Beruf, Arbeit, Wirtschaft ist das doch was ganz anderes; da fügt man Spiritualität eher als Gewürz dazu, damit es besser schmeckt: Ein bißchen "Sinn" zum Management, ein wenig "Innerlichkeit" in die Personalführung, etwas "Werte" für die Corporate Identity.
Nicht, dass Sie mich falsch verstehen: Ich bin nicht dagegen, ich möchte viel mehr davon und ganz anders. Nicht "ein bißchen", nicht nur "etwas".
"Aber, aber", rufen die Kritiker, "sollten wir denn nicht erst mal wieder richtig arbeiten?" Aber ja doch! Ganz und gar, mit Herz und Verstand, mit Zielstrebigkeit und Offenheit, mit MINT und Mind!
Denn was Spiritualität tatsächlich bedeutet, beschreibt Willigis Jäger in seinem Geleitwort zu Hans Wielens Buch "Geld & Spiritualität" (2004): "Das Wort Spiritualität meint nicht einen abgehobenen, elitären Geisteszustand, sondern eine Durchdringung des ganz gewöhnlichen Tagesbewusstseins mit grundlegenden, unverzichtbaren Bewusstseinsebenen, denen wir bis jetzt zu wenig Aufmerksamkeit schenkten. Ob wir das am Ende religiös oder spirituell nennen, ist unwichtig. Religion, Spiritualität, ist Alltag, und Alltag ist Religion, Spiritualität. Sie ist nichts Abgehobenes, sondern der Vollzug des Lebens."
Dem möchte ich nichts mehr hinzufügen. ...Obwohl noch vieles zu besprechen ist!
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19.03.2010, 21:44
Ulrike Bergmann, Die Mutmacherin®
Liebe Frau Dinsing, wieder einmal sprechen Sie mir aus dem Herzen. Herzlichen Dank für Ihre erfrischenden Gedanken. Zur Titelfrage: Wie wäre es mit "Spiritualität im Beruf"? Ich freue mich auf weitere Beiträge - herzlichst Ulrike Bergmann



