Kommunikation passiert
Wenn sie gelingt, können wir froh sein
Kommunikation passiert, immer. Ob Sie wollen oder nicht. Wo immer Sie Menschen begegnen, läuft Kommunikation ab: mit Bekannten und Unbekannten, mit Freundinnen, mit Untergebenen, mit Chefs. Wenn Sie mit jemandem im Fahrstuhl stehen, wenn Sie ein Buch lesen, einen Film ansehen oder ein Konzert besuchen, geschieht Kommunikation.
Kommunikation funktioniert mithilfe von Blicken, Gesten und Sprache. Wäre sie eine Person, könnten wir mit Fug und Recht behaupten, ihr wäre es völlig schnuppe, ob die Beteiligten sich verstehen. Denn sie hat auf jeden Fall stattgefunden, ganz gleich, ob das Ergebnis nun Verständnis oder Missverständnis ist.
Aber ob die beteiligten Personen eine Kommunikation als gelungen empfinden, richtet sich ganz entschieden nach dem Verständnis. Was will mein Gegenüber mir eigentlich sagen? Teilt er mir neben Worten auch noch etwas anderes mit? Warum kapiert der eigentlich nie, was ich sagen will?!
Wenn wir wollen, dass uns unsere Kommunikationen zufriedenstellen, müssen wir verschiedene Dinge beachten. Wir müssen uns zu allererst darüber klar sein, dass jede beteiligte Person ihre eigene Geschichte und Interpretationsbreite mitbringt und dass somit deren Verständnismöglichkeit nicht gerade in unserer Hand liegt. Was versteht ein Gesprächspartner z. B. unter „Haus"? Ein großes, ein kleines, ein Hochhaus, ein Reihenhaus oder ein Bungalow? Wie interpretiert er mein Augenzwinkern? Als blöde Anmache oder als nervösen Tick? In einer Kommunikation können wir längst nicht so viel beeinflussen, wie wir es vielleicht gern hätten. Aber wir können lernen, es besser zu machen, vor allem dann, wenn wir damit ein Ziel erreichen möchten.
Zum einen sollten wir genau zuhören, was das Gegenüber sagt. Bei Unsicherheit sollten wir nachfragen. Das stört keinesfalls den Gesprächsfluss, sondern signalisiert Interesse und das Ernstnehmen der Person. Man möchte wissen, was der andere sagen will. Zum anderen sollten wir unbedingt beobachten, wie das Gegenüber das tut. Körpersprache ist eine entscheidende Interpretationshilfe. Wie Körpersprache funktioniert, haben wir seit unserer Kindheit unbewusst aufgenommen und setzen sie selbst ständig unbemerkt ein: zuwenden, abwenden, spiegeln, Abstand halten, zustimmend nicken ...
Auch wenn wir keine Garantie haben, dass wir die Körpersprache des Gegenübers immer richtig interpretieren, ist es ein Gewinn, sie sich bewusst zu machen. Als ersten Schritt zu einer - in Ihrem Sinne - gelungenen Kommunikation also die folgende Aufgabe: intensiv zuhören und beobachten. Probieren Sie das mal eine ganze Weile aus, sodass es Ihnen in Fleisch und Blut übergeht. Dann können Sie den zweiten Schritt in Angriff nehmen. Vielleicht haben Sie aber auch schon durch die erste Übung Ihr Gesprächsverhalten unbemerkt verändert.
Wenn ich jemanden nach der Uhrzeit frage, und er gibt mir Auskunft, ist das eine in meinem Sinne gelungene Kommunikation. Hier mache ich mir jedoch vorher keine großen Gedanken. Wenn es aber um ein wichtiges Gespräch geht, sollte ich sehen, dass ich meine Mitteilung so einrichte, dass sie beim Gesprächspartner anschlussfähig ist, also seiner Welt und seinen Verständnismöglichkeiten entspricht. Kurz gesagt, ich sollte mir gut überlegen, wie die Person tickt, wenn sie verstehen soll, was ich von ihr will. Hiernach richtet sich, was ich wie sage, mit welchen Worten und mit welcher Körpersprache. Das kann man üben. Und je häufiger Sie das üben, desto eher können Sie sich freuen, dass die Kommunikation, die dann geschieht, auch für Sie zufriedenstellend verlaufen ist.
Wenn Sie nun bis zum Schluss gelesen und eine oder zwei Anregungen mitgenommen haben, kann ich froh sein, dass auch unsere Kommunikation gelungen ist. Passiert ist sie auf jeden Fall.
In diesem Sinne schöne Grüße
Ihre
Brigitte Jülich
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