Du sollst nicht stehlen!

Vom Nachahmen und Kopieren

20.05.2011, 15:56 von Birgitt Torbrügge

Jahrelang haben Sie an dem Konzept gefeilt. Unzählige Umwege sind Sie gegangen. Wie viele  Ideen haben Sie mühevoll erarbeitet, verworfen, wieder ausgearbeitet. Zeit, Geld, Herzblut und Energie sind geflossen. Risiken wurden eingegangen. Endlich ist es da - die Essenz ihres Erfolges. Es drückt sich aus in Angeboten, Texten, Veranstaltungskonzepten, Gestaltungsvarianten von Produkten oder Dienstleistungen. Ihre ganz persönliche Note, ihre ökologische Geschäftsnische.

Und dann - Sie fangen gerade an, die ersten Früchte Ihres Erfolges zu genießen - dann kommt so ein dreistes Trampeltier und macht es sich leicht. Nimmt sich Ihr bewährtes Erfolgsrezept, kopiert es, macht es nach - zum eigenen Nutzen.



 

Ja, da ist es aus mit dem wohltemperierten Genuss der eigenen Kreativität. Mit der achtsamen Ruhe. Sie springen im Dreieck!

Schicken wir vorweg: Das Plagiat gibt es, seit es Neid und Neugier gibt. Es ist in gewissen Grenzen sogar grundsätzlich erlaubt - auch wenn es oft als zutiefst unmoralisch empfunden wird.

In der Wissenschaft wird zitiert ohne Angaben von Quellen. Firmenlogo und guter Ruf bekannter Marken werden von anderen illegal auf den Markt gebracht. In der Kunst werden Bestseller als Raubdrucke vertrieben, Meisterwerke gefälscht, Songs und Filme an Tauschbörsen geladen.

Besonders wer sich mit seinen Angeboten vom Üblichen, Alltäglichen und Gewohntem abhebt, ist bevorzugte Zielscheibe von Kopierern oder unberechtigten Nutzern.

Ein Werbetext, eine Seminarausschreibung, ein Vortragstitel, das Logo, die AGBs, der Entwurf eines Kleides oder gar die ganze Geschäftsidee können andere begeistern und zum Nachahmen inspirieren.

Das Internet macht es einfach, mittels copy & paste fremde Ideen in die eigene Firma zu integrieren. Allerdings erhöht das Internet auch die Wahrscheinlichkeit, beim Kopieren und Plagiieren entdeckt zu werden.

 

Vielleicht haben Sie es selber schon getan?

  • Weil Ihnen nichts eingefallen ist
  • Weil Ihnen der Mut, das Geld oder die Zeit dazu fehlt, sich eigene Wege durch den Dschungel zu schlagen
  • Weil Sie hoffen, dass Angebote von anderen sich schon bewährt haben und leichter durchzusetzen sind
  • Weil sie die Kollegin schätzen und beneiden
  • Weil man das Rad ja nicht immer neu erfinden muss
  • Weil Ihnen die nötige Kreativität oder Originalität fehlt
  • ...

Ist das Plagiat denn erlaubt?

Nachäffen ist schon immer Grund und Anlass für kräftiges Mobbing in Mädchencliquen gewesen.

Im wissenschaftlichen Betrieb, das erfahren wir gerade sehr deutlich, ist es extrem unerwünscht, im Politischen wohl weniger.

Nachahmen hat ja auch gewisse gesellschaftliche Vorteile, da so Ideen, Produkte oder Dienste auf diese Weise durch die Schwarmintelligenz weiterentwickelt werden können und so die Welt oder den Blick darauf verändern.

Nicht erlaubt ist jedoch die Nutzung fremder Arbeitsergebnisse als Vorbild oder durch Übernahme wesentlicher Merkmale wenn Schutzrechte Dritter verletzt werden oder wenn die Nachahmung wettbewerbswidrig wäre.

 

Es gibt dafür zahlreiche gesetzliche Vorschriften, wie z.B.

  • das Patentgesetz, welches mit dem Patent die erfundene technische Leistung schützt
  • das Gebrauchsmustergesetz, das (erfundene) technische Erzeugnisse schützt
  • das Geschmacksmustergesetz, das wesentlich Design schützt
  • das Markengesetz, das Kennzeichen für Waren und Dienstleistungen schützt
  • das Urhebergesetz, das geistiges Eigentum schützt
  • das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb

 

Wenngleich die Nachahmung also grundsätzlich zulässig ist, so ist die unmittelbare Leistungsübernahme in der Regel nicht erlaubt. Sie liegt vor, wenn die fremde Leistung einfach kopiert wird - in der Regel mittels technischer Vervielfältigungsverfahren, wie bspw. bei einer identischen Übernahme eines fremden Werbeprospektes oder eines Veranstaltungstextes.

 

Im Zweifelsfall entscheidet das Gericht!

Sie können gegen eine unerwünschte Urheber- oder Markenschutzverletzung juristisch vorgehen.

Sie brauchen dafür:

  • eine Fachanwältin
  • am besten eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung
  • und starke Nerven in einem sich lang hinziehendem Prozess mit ungewissem Ausgang

Alle, die schon einen Arbeitsrechts-, Unterhalts- oder Scheidungsprozess geführt haben, wissen das.

Die ganze Energie führt weg vom Eigentlichen: vom Handeln für den weiteren Erfolg der kleinen  Firma und für die Wünsche ihrer Kundschaft. Für Kleinunternehmen kann es zu einer furchtbaren Überanstrengung führen.

Recht zu haben macht leider nicht immer glücklich, sondern eher nervös. Manchmal auch arm.

 

Was sonst?

  • Ärgern Sie sich: kurz und kräftig
  • Machen Sie ein Vodoo
  • Schreiben Sie die Nachahmerin mehr oder weniger liebevoll an
  • Erinnern Sie sich an Ihre eigenen Diebstähle im Leben
  • Freuen Sie sich darüber, dass Sie das Original sind
  • Seien Sie weiter kreativ
  • Deuten Sie den Diebstahl als großzügige Anerkennung für Ihre Weisheit und Kreativität
  • Hören Sie bitte nicht auf, noch besser zu werden
  • Werben Sie damit, dass Sie so viele Nachahmerinnen haben
  • Bleiben Sie trotz allem: unverwechselbar!

 

www.torbruegge-unternehmensberaterin.de/






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06.06.2011, 13:32
Barbara Steldinger, Energetische Unternehmensberatung
...und seien Sie stolz auf sich, dass Sie so gut sind, dass andere Sie schon kopieren! Sie bleiben sowieso das Original. einen schönen Wochenstart Barbara Steldinger

21.05.2011, 15:05
Beate Zwick, Trullafabrik
...ganz genau so isses!! :) Immer ein paar Ideen voraus sein...schöne Grüße, Beate Zwick


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