Berlins Unternehmerin des Jahres
Stefanie Zschieschan-Steinfest wurde am 19. Juni die Auszeichnung "Berliner Unternehmerin des Jahres 2010/2011" verliehen. Die Gründerin und Geschäftsführerin der Kleine Strolche Kinder-Intensivpflegedienst GmbH ist damit bereits die vierte Unternehmerin, die den Preis des Landes Berlin erhält.
Die drei Finalistinnen: (v.r.) Stefanie Zschieschan-Steinfest, Nare Yesilyurt-Karakurt und Ulrike Saade
Die Gewinnerin
Den Anstoß zur Gründung der "Kleinen Strolche" gab das eigene Schicksal der Unternehmerin: Tochter Emilia kam 13 Wochen zu früh auf die Welt und nach schwerem Krankheitsverlauf wurde schnell klar, dass sie intensive Pflege benötigte. Die Grenzen, an die Stefanie Zschieschan-Steinfest bei ihrer Suche nach einem geeigneten Pflegedienst stieß, weckten ihren Ehrgeiz: Die frühere Projektmanagerin, die unter anderem für die Sicherheitsausstattung am Airbus A 380 zuständig war, gründete 2005 einfach ihren eigenen Pflegedienst. Ihr Unternehmen "Kleine Strolche" bietet neben häuslicher Intensiv-Kinderkrankenpflege eine Rundumbetreuung von der Pflegeberatung bis hin zu Hilfestellungen bei Behördengängen.
In seiner Laudatio würdigte Senator Harald Wolf Stefanie Zschieschan-Steinfest als eine starke Frau, die, ausgehend von einem persönlichen Schicksalsschlag, als Branchenfremde mutig den Schritt in die eigene Selbstständigkeit ging und somit sowohl ideale Bedingungen für die Pflege ihrer Tochter schuf, als auch eine Lücke im Berliner Pflegeangebot schloss. Mittlerweile ist die 34-Jährige nicht nur eine erfolgreiche Unternehmerin mit mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern auch alleinerziehende Mutter von drei Kindern.
Die Finalistinnen
Den zweiten Platz im Wettbewerb belegte Nare Yesilyurt-Karakurt, Gründerin und Geschäftsführerin der Deta-Med kulturspezifische Hauskrankenpflege. Mit ihrem Unternehmen setzt sie sich für die Integration von Migrantinnen und Migranten in das deutsche Gesundheitssystem ein: zum einen bietet sie eine auf die spezifischen Bedingungen von Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen ausgerichtete ambulante Hauskrankenpflege, zum anderen verschafft sie gezielt alleinerziehenden Müttern mit Migrationshintergrund über eine Ausbildung eine Integration in den Arbeitsmarkt.
Drittplatzierte wurde Ulrike Saade, die sich mit Ihrer Velokonzept Saade GmbH zum Ziel gesetzt hat, das Fahrrad als Fortbewegungsmittel zu etablieren und die urbane Mobilität zu fördern. Das Unternehmen versteht sich als Dienstleistungsagentur und setzt auf drei Geschäftsbereiche und die daraus resultierenden Synergieeffekte: Zahlungsabwicklung zwischen Fahrradhändlern und -herstellern, Organisation von Fachkongressen und Fahrradmessen sowie Durchführung von Informationskampagnen.
Auswahlverfahren und Preisverleihung
Die Wahl fiel der Jury in diesem Jahr nicht leicht: Aus 25 Bewerbungen entschied sie sich für die drei Finalistinnen, da diese auf bemerkenswerte Weise die Kriterien der Ausschreibung erfüllten: erfolgreiche Umsatzentwicklung, innovative Geschäftsidee, soziale Personalpolitik und eine überzeugende Persönlichkeit mit Vorbildcharakter. Die Preistrophäe und die Gratulationen nahmen die Unternehmerinnen im Rahmen des 5. Berliner Unternehmerinnentages von Harald Wolf, Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, und Dr. Frank Schneider, Mitglied des Vorstands der Investitionsbank Berlin, entgegen.
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