Die Traumfabrikantin
Noch bis zum 25. Juni zeigt eine Ausstellung im Rathaus Bobingen die Frau hinter Gloria-Film. „Die Traumfabrikantin - Ilse Kubaschewski (1907 - 2001)“ war eine der bedeutendsten Unternehmerinnen des deutschen Nachkriegsfilms.
„Kritik wird an der Kasse gemacht" war das Motto von Ilse Kubaschewski, die zu den führenden Persönlichkeiten des deutschen Nachkriegsfilms gehörte. Die gebürtige Berlinerin begann ihre stürmische Karriere in München, wo sie mit ihrer „Gloria-Film" in den 1950er und 1960er Jahren nicht nur zur Spitze der Filmverleiher aufstieg, sondern bald schon zu den führenden Produzenten in der jungen Bundesrepublik zählte.
Aus Anlass ihres 100. Geburtstages im Jahr 2007 erinnerte das Bayerische Wirtschaftsarchiv mit einer Ausstellung an das Wirken dieser bedeutenden Unternehmerin der deutschen Filmwirtschaft und zeigte eine Vielzahl bisher unveröffentlichter Fotos aus ihrem Nachlass.
Von den Alliierten erhielt Ilse Kubaschewski 1949 eine der ersten Verleihlizenzen und zog zunächst mit alten UFA-Filmen und Serien aus den USA das Publikum in die Kinos. 1951 erzielte sie mit dem Heimatdrama „Grün ist die Heide“ einen riesigen Zuschauererfolg. Zu den größten Kassenschlagern der 1950er Jahre zählte die von ihr produzierte „Trapp-Familie“. Die „Kuba“ setzte aber auch auf anspruchsvolle Produktionen. So brachte sie 1960 Frederico Fellinis „La Dolce Vita“ in die deutschen Kinos. Besonders stolz war sie auf die Faust-Verfilmung mit Gustaf Gründgens in der Rolle des Mephisto. Anfang der 1970er Jahre wirkte sie als Produzentin bei Luchino Viscontis Drama um den bayerischen König „Ludwig II“.
Von 1. März bis einschließlich 25. Juni ist die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Rathauses Bobingen zu sehen.
Das Wissenschaftsarchiv hat auch einen Begleitkatalog zur Ausstellung erstellt.
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