Internationales Frauenfilmfestival

08.03.2010

Filmemacherinnen aus aller Welt stehen ab dem 14. April in Köln mit ihren Filmen im Mittelpunkt des Geschehens. Das Internationale Frauenfilmfestival 2010 präsentiert fünf Tage lang  Filmprogramme und ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Kurzfilm-Specials, Vorträgen und Diskussionen. 



Regisseurinnen aus der Balkan-Region haben in den letzten Jahren international verstärkt auf sich aufmerksam gemacht und große Festivalerfolge gefeiert. Das Frauenfilmfestival Dortmund | Köln 2010 greift diese Entwicklung auf und bietet Regisseurinnen aus Südosteuropa im Länderschwerpunkt Rund um den Balkan / Around the Balkans ein breites Forum.

Gezeigt werden aktuelle Filme der letzten acht Jahre, insgesamt 29 Produktionen unterschiedlicher Längen und Genres, die neue Perspektiven aus einer filmisch noch wenig bekannten Region präsentieren. Vertreten sind die Länder Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Rumänien, Serbien und Slowenien. Viele Regisseurinnen stellen ihre Arbeiten in Köln vor.

Trotz der Verschiedenheit der Filme treten bestimmte Themen immer wieder in den Vordergrund, oft mit Selbstironie und einem ungefilterten Blick auf die Absurditäten des Alltags. Eine wichtige Rolle spielen die Nachwirkungen des Krieges in den Filmen aus Ländern des ehemaligen Jugoslawiens.  



Na Putu

Das Festival eröffnet mit dem neuen Film von Jasmila Žbanić, die 2006 für GRBAVICA den Goldenen Bären erhielt. NA PUTU, der im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale seine Weltpremiere feierte, erzählt vom jungen Paar Amar und Luna, deren Traum von einer gemeinsamen Zukunft in immer weitere Ferne rückt. Ein alter Kriegskamerad vermittelt dem arbeitslos gewordenen Amar einen Job in einer wahhabitischen Gemeinde. Während er sich dort zunehmend zu radikalisieren scheint, wird die Beziehung zwischen Luna und ihm immer problematischer.


Snow

Das preisgekrönte Debüt SNOW von Aida Begić handelt von dem verlassenen Dorf Slavno, in dem die noch verbleibenden sechs Frauen, ein alter Mann und fünf Kinder ums tägliche Überleben kämpfen. Im Ausloten der Möglichkeiten von Wiederaufbau, Widerstandskraft und Freiheit könnten sich Pflaumen-Konfitüre und andere Frucht- und Gemüseprodukte als rettender Anker erweisen.


Does it Hurt? – The First Balkan Dogma

In ihrem Spielfilm-Debüt DOES IT HURT? – THE FIRST BALKAN DOGMA übersetzt die mazedonische Videokünstlerin, VJane und Produzentin Aneta Lesnikovska ihr eigenes Leben und das ihrer Freunde in eine Art fiktionale Versuchsanordnung. An deren Anfang steht eine Lüge: endlich ist die Zusage eines ausländischen Produzenten gekommen; Aneta und ihre Freunde können ihren lang ersehnten Film drehen. Wie verwirklicht man seinen Traum vom Filmemachen ohne Geld und Infrastruktur im wirtschaftlich gebeutelten Mazedonien?


Investigation

Der Krimi INVESTIGATION besticht durch seine düstere Spannung und eine bemerkenswerte Protagonistin: Die sperrig-spröde Kommissarin Alexandra Yakimova (Svetla Yancheva) wird mit der Aufklärung eines Mordfalls beauftragt und gerät bei ihrer hartnäckigen Ermittlungsarbeit immer tiefer in die Strukturen des Verbrechens. Die bulgarische Regisseurin Iglika Trifonova verhandelt in ihrem mehrfach preisgekrönten Film das Thema Einsamkeit und wie man mit ihr umgeht.


Dokumentarfilme

Die Dokumentarfilme des Länderschwerpunkts werfen aus diversen Perspektiven Fragen nach historischen Umbrüchen und nationalen Identitäten auf.

In WHOSE IS THIS SONG? macht sich die Regisseurin Adela Peeva auf eine Reise durch Südosteuropa. Im Gepäck hat sie ein in vielen Balkan-Staaten bekanntes und beliebtes Volkslied. Bei ihrem Versuch, mehr über die ursprüngliche Herkunft dieses Liedes zu erfahren, hat sie lustige, kuriose, aber auch bedrohliche Begegnungen. Der Film macht deutlich, welche extremen Nationalismen die Region vielerorts bestimmen.

EINE BRÜCKE ÜBER DIE THEISS (Regie: Ileana Stanculescu) könnte zwei Dorfgemeinden miteinander verbinden – das rumänische Sighet und das ukrainische Slatina. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wird die Brücke Ende der 90er Jahre wieder aufgebaut, darf allerdings aufgrund fehlender Grenzposten nicht passiert werden. Eine unhaltbare Situation für die Bewohner und ein Stück Absurdistan im Osten Europas.

Große politische Umbrüche der Vergangenheit werden in THE GRANDMOTHERS OF THE REVOLUTION auf privater Ebene verhandelt und mit beeindruckendem Archivmaterial bebildert. Die slowenische Filmemacherin Petra Seliškar lässt Familienmitglieder von „ihren“ Revolutionen erzählen. Es geht um den zweiten Weltkrieg, um das ehemalige Jugoslawien, um Tito, Kuba und das Slowenien von heute.


Medienkunstprogramm

Die bekannte slowenische Medien-Künstlerin Marina Gržinić hat für das Festival ein Programm mit eigenen und Arbeiten von Kolleginnen zusammengestellt. Unter dem Titel "Do We Live in a World Without Borders?" präsentiert sie medienkünstlerische Positionen und Experimente zu den Themen Grenze, Grenzerfahrung und Grenzziehung. Mit den Mitteln der Performance setzen sich die Künstlerinnen dabei sowohl mit konkreten äußeren Grenzen zwischen Staaten und Menschen als auch mit inneren Grenzwahrnehmungen und dem eigenen Körper auseinander.
 

Paneldiskussion: Balkan Queer Pride

Zahlreiche Gruppen und Organisationen in Südosteuropa setzen sich für queere Rechte ein. Schwul/lesbische Aktivistinnen, FilmemacherInnen und FestivalorganisatorInnen sind in ihren Heimatländern allerdings häufig extrem aggressiven Anfeindungen ausgesetzt. Diese dramatische Situation soll im Rahmen des Länderschwerpunkts nicht vernachlässigt werden. Das Festival lädt zur großen Paneldiskussion Balkan Queer Pride ein, in der einzelne Protagonistinnen der Queer-Szene über ihre Veranstaltungen und Aktionen berichten werden. Zum Auftakt wird der Film SARAJEWO QUEER FESTIVAL von Masa Hilcisin zu sehen sein.


Kurzfilme

Auch die Kurzfilme bestechen duch ihren wunderbaren Humor und einen ungefilterten Blick auf die Absurditäten des Alltags. Die Auswahl reicht von den frühen Filmen einer arrivierten Regisseurin wie Jasmila Žbanić bis hin zu kleinen Erstlingen wie FIRST TIME I EXHIBITED MY ART IN BH NATIONAL GALLERY der Studentin Sabrina Begović. In HUMORESQUE (Regie: Diana Deleanu) bemüht sich eine 94-Jährige um die staatliche Finanzspritze zur Familienplanung, indem sie ihren Liebsten heiratet. Sie braucht das Geld für ihre Beerdigung! Aus RUCAK von Ana Huŝman, einem ironischen Ratgeber zu Etikette und Stilfragen, stammt das diesjährige Festival-Motiv.
„Der Krieg geht an andere Orte, zu anderen Menschen“, konstatiert Jasmila Žbanić in IMAGES FROM THE CORNER; „Mit ihm reisen die Kameras und die Journalisten, und sie machen ihre Bilder. Wir bleiben hier mit unseren.“
Diese Bilder will das Festival zeigen, um mit den Filmemacherinnen ins Gespräch zu kommen.


www.frauenfilmfestival.eu







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