"Ich mag keine Vorgesetzten"
Die Journalistin Susanne von Paczensky ist am 15. Mai gestorben. Die journalistische Arbeit der 1923 geborenen Autorin begann 1945 mit den Nürnberger Prozessen.
Sie war Redakteurin der Welt in Hamburg, von 1949 bis 1957 Auslandskorrespondentin in London und Paris, sie gab von 1977 bis 1983 die Reihe "Frauen aktuell" im Rowohlt-Verlag heraus und publizierte immer wieder zu frauenpolitischen Themen. Als Journalistin kämpfte sie für das Recht auf Abtreibung und die Abschaffung des Paragrafen 218.
1991 bis 2003 arbeitete sie nochmals als Auslandskorrespondentin und zwar in San Francisco. Susanne von Paczensky war eine der Mitbegründerinnen des Schriftstellerverbandes, sie hatte für die Künstlersozialkasse und damit auch für eine besssere Absicherung freier Autorinnen und Autoren gekämpft.
Über ihren Status als überzeugte Freiberuflerin sagte sie: "Ich habe eine Abscheu gegen die Angestelltenexistenz. Ich habe zwar immer die beneidet, die früher bei Gruner & Jahr eine Gans zu Weihnachten bekamen, aber ich mag keine Vorgesetzten, ich mag keinen Zwang, es war besser für mich."
Die existenzielle veröffentlichte 2004 ein Porträt über Susanne von Paczensky: "Den Bauchladen von Auftraggebern frei bedienen"
Der Journalistinnenbund verlieh Susanne von Paczensky 2004 die Hedwig-Dohm-Urkunde. Die Laudatio hielt damals Magdalena Kemper.
Das Interview nach der Verleihung trug den Titel "Ich bin doch keine Dichterin".
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