Putze. Mein Leben im Dreck

Florence Aubenas
Putze. Mein Leben im Dreck
Pendo 2010
249 S., EUR 14,95




Anfang 2009 meldet sich die Journalistin Florence Aubenas unter ihrem richtigen Namen, aber mit gefärbten Haaren und Brille, in einer fremden Stadt Arbeit suchend - als Qualifikation hat sie allein ihr Abitur vorzuweisen. Für die Arbeitsverwaltung ist sie Hausfrau, Mitte 40, geschieden. 

Für Florence Aubenas war die Wirtschaftskrise der Anlass für ihr persönliches und journalistisches Experiment. "Es war, als wäre die Welt im Begriff unterzugehen. Und dennoch schien alles um uns herum noch intakt. Ich fühlte mich mit einer Realität konfrontiert, über die ich nicht berichten konnte, weil ich sie nicht mehr begriff." Dass Journalisten fremde Identitäten annehmen, um verdeckt soziale Missstände zu recherchieren, ist nichts neu. Günter Wallraff war 1985 "Ganz unten". Florence Aubenas hatte dahingegen keinen Plan. Sie wusste nicht, wohin sie ihr Experiment führen würde.

"Bei der Arbeitsagentur hat man mir vorgeschlagen, als Putzfrau zu jobben", schreibt sie. "Alles ging so schnell, dass ich es gar nicht richtig realisiert habe. Bei meinem ersten Gespräch sagte die Beraterin bedächtig zu mir: 'In Ihrem persönlichen Fall bekommen Sie am besten Zugang zum Arbeitsmarkt, wenn Sie sich zur Raumpflegerin ausbilden lassen.'"

Sechs Wochen später findet sie einen Job als Putzfrau auf einer Fähre - allerdings nur stundenweise und zu einem Hungerlohn. Also müssen weitere Jobs her, und so hetzt Florence Aubenas bald von einem Putzauftrag zum nächsten, der Zeitdruck bei der Arbeit ist enorm und die Behandlung durch die Arbeitgeber entwürdigend. Die Autorin schildert den Alltag am Existenzminimum eindringlich, die Kontakte zu den anderen Arbeiterinnen, die gemeinsame Suche nach Perspektiven, das Füreinandereinstehen und doch wieder nur an sich denken. Die Reportage, die in Frankreich zum Bestseller wurde, ist die Geschichte eines sozialen Abstiegs. Trotz Arbeit.

Für die Journalistin war klar: Sobald sie es schafft, einen festen Vertrag zu bekommen, kehrt sie in ihr altes Leben zurück. Einen regulären Arbeitsplatz wollte sie niemandem, der ihn dringend braucht, nehmen. Sechs Monate lang hat sie sich als Putzfrau verdingt, hat hart gearbeitet, wenig geschlafen, schlecht gegessen - ihr Lohn: nicht einmal 700 Euro. 

Putzfrauen gehören nicht nur in der französischen Gesellschaft zu den unsichtbarsten Arbeitnehmerinnen. 
Nach der Lektüre von "Putze" werden Sie sich bei jeder, die die Treppen, die Aufzüge, die Flure wischt, durch die Sie hetzen, bedanken. Mindestens das.

 

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