Neue deutsche Mädchen

Jana Hensel, Elisabeth Raether
Neue deutsche Mädchen
Rowohlt 2008
224 S.
EUR 16,90
Sie wollen nicht für Gleichberechtigung kämpfen, sie wollen einfach gleichberechtigt leben. So lässt sich das Lebensgefühl vieler (junger) Frauen beschreiben. Jana Hensel und Elisabeth Raether zählen als Autorinnen zu dieser „neuen“ Frauengeneration. Um dem näherzukommen, was eigentlich los ist im Verhältnis von Männern und Frauen, warum die „olle Rhetorik“ von Alice Schwarzer sie nicht erreicht, was weibliche Identität ausmacht, erzählen sie einen Teil ihrer eigenen Lebensgeschichten und entlarven damit so manch starr gewordenes feministisches Klischee. So auch das, dass Frauen erst dann bemerken, dass sie diskriminiert sind, wenn sie Kinder bekommen. Jana Hensel und Elisabeth Raether gehen sensibler und persönlicher zur Sache und beschreiben einen sehr glaubwürdigen Erkenntnisprozess. Im Nachdenken über Beruf und Beziehungen wird spürbar, wo Unterschiede und wo Grenzen verlaufen. Ein wohltuend kluges und zurückhaltendes Buch in der aktuellen Debatte, ob und wie viel Provokation der angeblich neue Feminismus braucht.
Andrea Blome
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