Sozialfirmen

Lynn Blattmann / Daniela Merz
Sozialfirmen. Plädoyer für eine
unternehmerische Arbeitsintegration
rüffer & rub 2009
176 S., EUR 25,00



Gesucht wurde eine Person mit betriebswirtschaftlichem Profil und zugleich sozialpädagogische Fähigkeiten. Daniela Merz brachte dieses Profil mit. 2002 wurde die ehemalige Primarlehrerin, Betriebswirtin und Leiterin einer Softwarefirma Geschäftsführerin der St. Galler Stiftung für Arbeit. Ihr Aufgabe: Eine Sozialfirma aufzubauen, die Langzeitarbeitslosen "Arbeit statt Fürsorge" bietet.

"Der Start verlief harzig", schreibt der Präsident der Stiftung und der Dock-Gruppe, die heute mehr als 700 Menschen Arbeit gibt, in seinem Vorwort. "Noch immer stand der Gedanke zu helfen vor jenem der Wertschöpfung." Denn die Idee der Sozialfirma wuchs erst langsam, am Anfang gab es gar keinen Namen für das Experiment. Heute ist das St. Galler Modell ein Musterbeispiel für den Aufbau eines Unternehmens, das Integration in den ersten Arbeitsmarkt über produktive Arbeit und nicht über Beschäftigung, sprich: Zeitvertreib darstellt.

"Wir sind davon überzeugt, dass es kränkend und demotivierend ist, mit einer Aufgabe 'beschäftigt' zu werden, die viel einfacher durch eine Maschine erledigt werden kann, oder ein Produkt herzustellen, das am Schluss kaum Abnehmer findet." Den Autorinnen Daniela Merz und Lynn Blattmann, die ebenfalls in der Geschäftsleitung der Dock-Gruppe arbeitet, geht es um den Spagat zwischen einem Wirtschaftsbetrieb, der Teil der Wertschöpfungskette ist und einem Betrieb, der mit Menschen arbeitet, die staatliche Transferzahlungen beziehen und dennoch das Recht auf sinnstiftende Arbeit haben.

Das Buch skizziert die Schritte, die beim Aufbau einer Sozialfirma berücksichtigt werden müssen: die betriebswirtschaftlichen ebenso wie das Selbstverständnis und die Haltung. Denn diese zu verändern, ist auch in der Schweiz, die mit Langzeitarbeitslosen bis dato wenig Erfahrungen hatte, kein leichter Prozess gewesen.

Sozialfirmen brauchen eine Geschäftsidee, einen Businessplan, eine Marktorientierung. Das Buch skizziert die organisatorischen und rechtlichen Voraussetzzungen, die notwendigen Kennzahlen, mit denen ein Controlling möglich ist. Denn wer mit Arbeitsnehmern arbeitet, die Geld aus den Sozialsystemen erhält, muss Wertschöpfung anders messen.
Sozialfirmen brauchen aber auch Freundschaft und Zusammengehörigkeit, eine klare persönliche Führung und Vertrauen. Daniela Merz beschreibt im Interview, warum Führung und nicht Betreuung hier wichtig sind, warum es richtig ist, die Menschen unbefristet einzustellen, warum Vertrauen die Voraussetzung für Leistung und der wichtigste Managementgrundsatz ist.

Politisch attraktiv sind Sozialfirmen, weil sie günstiger sind als jede der bekannten Maßnahmen zur Arbeitsintegration. Die geschaffenen Arbeitsplätze sind kostenneutral. Spannend ist das Modell - und das Buch - aber auch, weil es zeigt, dass unternehmerisches Denken und Handeln in der Arbeitsintegration eine Menge bewirken kann.

 

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