Der Kunde ist weiblich

Diana Jaffé
Der Kunde ist weiblich
Was Frauen wünschen und wie sie bekommen was sie wollen
Econ Verlag 2005
330 S.
EUR 24,90
Erinnern Sie sich an die herrliche Szene des Films „Was Frauen wollen“, als Mel Gibson in seiner Rolle als Werbetexter beim Versuch, sich mit Wachsstreifen die Beine zu enthaaren, K.O. geht? Wenn es nach der Gendermarketing-Expertin Diana Jaffé geht, müssten solche Selbstversuche für Marketingverantwortliche wohl Pflicht sein, denn ihre Diagnose ist ernüchternd: Obwohl in manchen Marktsegmenten bis zu 80 Prozent der Kaufentscheidungen von Frauen getroffen werden, ist die Zahl der Produkte, die weibliche Bedürfnisse wirklich adressieren, verschwindend gering.
Die Liste der Fauxpas dagegen ist unerfreulich lang und reicht von unzulänglichem, weil viel zu schwerem Gartengerät über Produktbezeichnungen für Elektronik-Artikel, die an militärische Geheimcodes erinnern, bis hin zu Sportgeräten, die bei Frauen, die sie regelmäßig benutzen, zu Haltungsschäden führen können, weil sie schlicht nicht zur weiblichen Anatomie passen. Schon die produktentwicklerischen und werbemäßigen Fehlgriffe, die die Autorin mit einer guten Portion Humor vorführt, bieten unzählige Anregungen für neue Produktideen, mit denen sich der anscheinend noch extrem unterversorgte Frauenmarkt erobern ließe.
Doch eigentlich geht es, auch wenn Diana Jaffé eine Lanze für die Zielgruppe Frau bricht, um mehr, denn die Marketing-Tipps am Buchende stellen vor allem eine – eigentlich nahe liegende – Erkenntnis in den Mittelpunkt: Man muss seine potenziellen Kundinnen und Kunden kennen, wenn man ihnen etwas verkaufen möchte.
Das Buch ist eine Fundgrube für Unternehmerinnen, die nach noch unerschlossenen Geschäftsfeldern suchen, und für alle Marketingabteilungen, die noch den Elan haben, bessere Produkte zu entwickeln und diese dann auch besser zu verkaufen.
Nadja Rosmann
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