Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf

Barbara Schneider
Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf
Wie Frauen in Führung gehen
Gabal-Verlag 2009
224 S., EUR 19,90



Es ist nicht nur die berühmte gläserne Decke, wenn Frauen auf dem Weg in Führungspositionen nicht weiterkommen. Es ist ein Hindernisparcours, auf dem es viele Stolpersteine gibt - und manche legen Frauen sich auch selbst in den Weg.

Ein ganz besonders dicker Brocken ist die weibliche Mischung aus Bescheidenheit, Selbstkritik und Fleiß. Sie sorgt auch dafür, dass aus den Einstiegen der vielen gut ausgebildeten Frauen so wenige Aufstiege werden. Barbara Schneider hat die Strategieempfehlung, wie Frauen in Führung kommen, im Buchtitel auf den Punkt gebracht „Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf."

Und das ist mitnichten ein Plädoyer für weniger Fleiß oder fehlende Qualifikationen, sondern eines für mehr und kluges Marketing in eigener Sache. „Bevor es losgeht, noch eine Warnung: Selbstmarketing funktioniert leider nicht von selbst. ‚Ich will mein Marketing verbessern', ist eine gute Absicht. Sie reicht aber nicht. Wenn Sie fünf Kilo loswerden wollen, geht das auch nicht ohne Diätplan." Also kein Schnelldurchlauf.

Die zehn Schritte für ein professionelles Selbstmarketing sind als Karrierebegleiter gedacht - sie helfen übrigens auch Selbstständigen und nicht nur beim Weg an die Hierarchiespitze: „Rivalität herrscht nicht nur in Regionen, wo die Luft dünner wird und die Konkurrenz härter wird. Selbst in der kleinsten Projektgruppe wird sich erst einmal positioniert und profiliert, bevor es zur Sache geht."

Bevor es in den Büro-Nahkampf geht, also in zehn Schritten: Den Ist-Zustand klären, Ziele und Wege formulieren, die Wartebank verlassen, über die eigenen Ziele sprechen, sich zeigen, die eigenen Ideen verkaufen, Kontakte knüpfen. Investieren, viel verlangen und Erfolge feiern.

Barbara Schneiders Buch ist wunderbar praxisorientiert, lebensnah und erfahrungsreich geschrieben. Hier kommen viele unterschiedliche Menschen zu Wort, Männer und Frauen, die aus Erfahrung berichten, wie Erfolge gelingen. Viele Beispiele aus dem Coaching-Alltag sorgen dafür, dass sich immer mal wieder ein Wiedererkennungseffekt einstellt.

„Wenn ich wüsste, ein Verlag würde es nehmen, dann würde ich den Roman, den ich im Kopf habe, auch schreiben", heißt es im Kapitel 5 „Zeigen Sie sich". „Das kann nicht funktionieren", so die Autorin. „Zu viel ‚würde'! Einen ungeschriebenen Artikel kann man nicht anbieten." Aber Öffentlichkeit erzählt sich weiter. „Was Sie dafür brauchen: Mut und ein Thema, in dem Sie sattelfest sind. Sätze wie: ‚Ich weiß gar nicht, ob ich viel dazu beitragen kann', verkneifen Sie sich besser."

Das Büro ist eine Bühne, der Markt ist es auch.
Barbara Schneider macht nicht nur Mut zur Show-Time, sie vermittelt auch einen gehörigen (Lese-)Spaß daran.

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