Womenomics

Katty Kay / Claire Shipman
Womenomics
1. Bestimmen Sie Ihre eigenen Erfolgsregeln
2. Leben und arbeiten Sie endlich so, wie Sie wollen
Eichborn 2010
256 S., EUR 19,95



Wer immer in den vergangenen Jahren herausfinden wollte, ob Firmen mit Frauen in Führungspositionen besser dastehen als andere, kam zu dem Schluss, dass sich die Präsenz von Frauen im Management positiv auf die Erträge auswirkt. Im vergangenen Jahr führten die Ergebnisse derartiger Untersuchungen sogar zu der These: Mit Frauen wäre uns die Bankenkrise erspart geblieben.

Claire Shipman und Katty Kay denken diese Fakten weiter. Und zwar in Bezug auf das Leben und Arbeiten von Frauen. Sie fordern nicht einfach: Wenn Frauen nachhaltiger und umsichtiger wirtschaften, müssen sie dringend in größerer Zahl in Führungspositionen. Sie fordern vielmehr von den Frauen: Nutzt eure Macht in der Wirtschaft, um sie zu verändern. Und zwar so, dass ihr flexiblere und menschlichere Arbeitsbedingungen bekommt. Verändert sie so, dass ihr nicht nur Zeit zum Arbeiten, sondern auch Zeit zum Leben habt.

"Wir haben genug davon, eine 50- oder 60-Stunden-Woche abzuleisten, nie in Urlaub zu fahren und uns Tag für Tag ohne Sinn und Verstand abzuhetzen. Genausogut wissen wir, dass die Lösung nicht in Kitas besteht, die längere Öffnungszeiten haben oder darin, mehr Babysitter anzustellen oder unsere Ehemänner zu bitten, zu Hause zu bleiben. Denn wir sind es, die mehr Zeit wollen - für unsere Kinder, für unsere Eltern, unsere Aktivitäten, für uns."

Womenomics heißt die Vision: Frauen sollen nicht mehr vor der Alternative stehen, den Job aufzugeben oder Teilzeit zu arbeiten, um Familie und Beruf vereinbaren zu können. Flexibilität ist das Stichwort. Dann sind Karrieren möglich, verantwortungsvolle Jobs, Führungspositionen - und ein erfülltes Privatleben. Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass auch mit flexiblen Arbeitzeiten, Home-Office und Unterbrechnungen durch familiäre Verpflichtungen gute Ergebnisse und Erfolge möglich sind, ist die Aufgabe der Frauen.

Wie sie diese angehen können, welche Strategien im Arbeitsalltag, im Gespräch mit Vorgesetzten oder Kollegen helfen, wann ein definitives Nein und wann ein strategisches Ja angebracht ist, wohin mit dem Schuldgefühlen, das beantworten die Autorinnen mit "nützlichen Fakten", Beispielen für konkrete Gesprächssituationen und vielen Geschichten aus dem eigenen und dem Berufsleben anderer Frauen. Katty Kay ist Washington-Korrespondentin für die BBC und Mutter von vier Kindern, Claire Shipman ist USA-Korrespondentin für die TV-Nachrichtensendung ABC News Good Morning America und Mutter von zwei Kindern. Beide beschreiben, wie sie im Berufsalltag immer wieder erlebt haben, wie sie vor lauter Ja-Sagen und Perfektionismus, Eitelkeit und Karrierestreben aus dem Blick verloren hatten, was Erfolg wirklich für sie ist. Bringt mich dieser Auftrag wirklich weiter? Diese Frage lohnt sich - für angestellte, aber auch für selbstständige Frauen.

Überzeugend ist das Bild vom Karrierenetz statt der Karriereleiter. Es macht es möglich, Karriere nicht nur als linearen Weg nach oben zu sehen. "Es gibt Zeiten, in denen man kleine Schritte gehen muss, und andere Zeiten, um richtig durchzustarten." Womenomics ist kein Plädoyer für den Rückzug ins Private. Im Gegenteil. Es ist eine Aufforderung, die eigenen Arbeitsbedingungen mutig mitzugestalten.

Vieles von dem, was Katty Kay und Claire Shipman formulieren, ist nicht neu:
Wir wissen längst, dass flexible Arbeitszeitmodelle für eine größere Motivation sorgen, dass moderne Arbeitsverhältnisse nicht mehr Nine-to-five-Strukturen haben. Wir wissen, dass es an den Frauen ist, sich mehr Raum auf der Büro-Bühne zu verschaffen, ihre Leistungen zu zeigen, aber auch mal weniger perfektionistisch zu sein ...
Neu an diesem Buch ist der Kontext, in den er all diese Facetten des weiblichen "Dramas" in der Wirtschaft stellt: Die gefühlte Ambivalenz vieler Frauen - zwischen beruflichen Zielen und dem Wunsch nach Familienzeit - bekommt hier eine (!) Richtung. Diese Denkweise bringt scheinbar widerstreitende Interessen so zusammen, dass Macht sichtbar wird.

Vielleicht wird daraus wirklich eine Revolution, wie sie die Autorinnen verheißen. Welcher das zu amerikanisch klingt, die lässt den Epilog einfach weg. Und folgt zunächst dem Rat auf Seite 159: "Versuchen Sie, einen halben Tag damit zu verbringen, keiner geplanten Aktivität nachzugehen. Denken Sie daran, dass Nichtstun in einer hektischen Familie bedeutet, etwas zu tun. Versuchen Sie es und schauen Sie es sich an, wenn die Familie etwas Seltsames und Einmaliges tut: wenn sie dabei ist, sich zu entspannen."

Andrea Blome
(existenzielle 3/10)

 

Leseprobe "Womenomics"

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