"Mit wem gehst du dahin?"

Netzwerken am besten ohne Anhang

23.01.2012, 10:47 von Andrea Blome

"Mit wem gehst du eigentlich dahin?", fragt mich mein Mann am frühen Freitagabend. Ich ziehe mich um, um zum 8. Women in Business Dinner ins Rathaus zu Münster zu gehen. Eine Veranstaltung des Vereins Frauen (u)Unternehmen, der Unternehmerinnen in der der Stadt und füreinander sichtbar machen will. "Ich gehe allein", antworte ich. "Es sind ja schon 120 Leute da."



So sehr mir klar ist, dass es am einfachsten ist, mit noch fremden Menschen ins Gespräch zu kommen, wenn man ohne Freundin, Partner oder Bekannte zu Veranstaltungen geht, so sehr kostet es doch immer wieder eine kleine Überwindung. Ankommen, sich anmelden und dann mit einem Glas in der Hand auf Menschen zugehen, freundlich sein, fragen. (Kurz beneide ich die, die mit Freundin oder Kollegin im Doppelpack ankommen und längst sicher im Gespräch sind.)

Ich weiß nicht mehr, wer mir das erzählt hat - vielleicht habe ich es auch irgendwo gelesen -, dass man nie ohne Plan auf eine Networking-Veranstaltung gehen sollte. Nicht ohne den Plan: Wen will ich heute treffen? Und nicht ohne eine Idee: Worüber könnte ich heute sprechen?
Ich bin also innerlich zumindest etwas vorbereitet, spreche auch kurz mit einer der beiden Personen, die ich unbedingt sehen wollte.

Und nun? Frauen ansprechen, die ich vom Sehen oder flüchtig kenne, mich bei den Veranstalterinnen bedanken, der Unternehmerin neben mir Guten Tag sagen. Und überall sind noch zwei oder drei Leute in der Runde, die ebenfalls gerne Kontakt aufnehmen.

Nach den obligatorischen Reden werden im Festsaal die Plätze eingenommen. Ich suche mir einen Tisch mit einem Gesicht, das ich von einem früheren Kontakt kenne. Acht Freiberuflerinnen und Geschäftsfrauen aus unterschiedlichen Branchen haben sich hier versammelt. Und weil wir uns (fast) alle nicht vorher kannten, beginnen lebhafte Gespräche. Zunächst mit der jeweiligen Tischnachbarin rechts und links, dann quer über den Tisch. Nach drei Stunden sind wir längst vom höflichen Sie zum kollegialen Du übergegangen, lachen viel, tauschen Visitenkarten, Ideen und den Wunsch nach weiteren Kontakten aus. Wir haben einen ausgesprochen netten Abend, von dem ich heute morgen begeistert meiner Kollegin erzählte.

Mein Netzwerk ist um sieben Kontakte reicher. Und mein Erfahrungsschatz auch.

In meiner Post ist heute die Einladung zu einem Neujahrsempfang. Ich werde nicht zuerst die Kolleginnen fragen, ob sie dort hingehen wollen.
Ich melde ich mich einfach an.

 






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28.01.2012, 16:52
Dorothea Linnenbrink
Ich glaube, beim nächsten Mal komme ich auch mal wieder. Ab und zu müssen die Kontakte doch auch wieder aufgefrischt werden und das Rathaus in Münster ist einfach auch ein toller Ort.


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Eine andere Öffentlichkeit für selbstständige Frauen, darum geht es der existenzielle. Frauen führen große, meistens aber kleine Unternehmen. Einzelunternehmerinnen und Freiberuflerinnen wissen: Ich bin mein Unternehmen. Erfolg ist für sie viel mehr als (nur) das wirtschaftliche Wachstum. Sie sind Frauen mit Ideen und Leidenschaft - und  könnten doch gelegentlich etwas größer denken!
10 Jahre lang ist existenzielle als Magazin gedruckt erschienen. Mit der Online-Plattform beginnt ein neues Experiment. Der Blog ist dabei wie eine regelmäßige Hausmitteilung - über das Experiment "Online", über Unternehmerinnen-Kultur und ihre Bilder in den Medien.

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