Kollegen mit Fell und Pfote

Hund Pixel, Kater Huibuh und Schwein Balduin

Tiere tun vielen Menschen gut. Warum sollte das am Arbeitsplatz anders sein? Wie Hund, Kater und Schwein sich als Bürotier bewähren, das haben uns ihre Frauchen erzählt.



(aus: existenzielle 1/2009)

Huibuh ist hier der Chef

Warum ein Kater gut zur Architektin passt

Huibuh und Elke Maria AlbertsKater sein in ihrem Architekturbüro ist fein: Huibuh darf aus dem Milchkännchen schlecken und ungestraft mit dreckigen Pfoten über die  Schreibtische laufen. Möchte er nach einem Ausflug wieder 'rein, klopft der edle heilige Birma mit den Vorderpfoten ans Fenster. „Huibuh ist hier der Chef", stellt Elke Maria Alberts klar. „Er hat sich jeden einzelnen Mitarbeiter erzogen." Der Kater gehört den Eltern der Architektin, die neben dem Bürotrakt wohnen. „Er beschloss aber schon am ersten Tag, dass es im Büro spannender ist."

Seit vier Jahren gehört Huibuh zum Team. „Er ist unser Ruhepol, entkrampft die Atmosphäre und sorgt für positive Ablenkung - er hypnotisiert uns alle." Eine Katze sei das ideale Bürotier für Architekten, findet die Inhaberin von alberts.architekten in Bielefeld-Sennestadt. „Katzen sind selbstbestimmt, denken dreidimensional, haben Forscherdrang und kennen keine Barrieren. Huibuh ist mir ein Vorbild, weil er Plätze findet, an denen man sich wohl fühlt. Das ist auch mein Ziel." Aus diesem Grund erwählte sie eine Katze zum Wappentier ihrer Firma.

Mitarbeitende oder Kunden mit Katzenhaarallergie habe es bislang nicht gegeben. „Die wenigen Kunden, die keine Katzen mögen, ignorieren Huibuh. Wer meinen Vierbeiner nicht mag, passt langfristig auch als Kunde nicht zu uns."

 

„So ein Dackel ist völlig unproblematisch"

Carola Metzger hat mit Bürohund Pixel ein Multitalent im Team                                           

Bürohund Pixel auf Carola Metzgers SchreibtischPixel kommt mit ihrer Decke angelaufen und legt sich unter den Tisch, den Kopf bettet sie gemütlich auf die Füße der Kundin. Diskutierte Ideen kommentiert sie gerne mit zustimmendem Brummen. „Nach Ende des Meetings schleift sie seit einigen Monaten ihre Decke sogar wieder ins Chefbüro zurück", erzählt Diplom-Ingenieurin Carola Metzger, Geschäftsführende Gesellschafterin der Mülheimer Marketing- und Werbeagentur BestPage Kommunikation.

 „Mein Rauhaardackel Pixel ist nach Franzi unser zweiter Bürohund, hat von klein auf
die Arbeitsabläufe kennen gelernt und das Dackel-Abitur in Form der Begleithundprüfung abgelegt. Sie heißt Pixel, weil sie in der Agentur die kleinste Einheit darstellt." Morgens begrüßt Pixel, 7, jeden Mitarbeiter, nach Urlauben besonders ausführlich. Besucher und Paketboten empfängt sie mit lautem Bellen. Weil die Agentur direkt an der Ruhr liegt, gehen die Kreativen, die kurzfristig Stress abbauen möchten, gerne und oft mit ihr Gassi.
„Auf unser Team wirkt Pixel entspannend und die Kunden finden sie lustig", freut sich Carola Metzger. „So ein Dackel ist völlig unproblematisch. Wenn ein Kunde kommt, der keine Hunde mag, sperre ich Pixel in ein anderes Büro." 

 

„Die Frauen waren alle in Otto verliebt"

Gerda Klingenfuß hatte nicht nur Hunde, sondern auch einen Papagei und ein Schwein auf dem Betriebshof - und im Büro

Graupapagei by Liane/ pixelio„Hallo Gerda, Du bist mein Schatz!" So liebevoll hat Otto Gerda Klingenfuß oft aufgemuntert, wenn die Busunternehmerin mal wieder im Stress steckte. Kundengespräche lockerte er gelegentlich mit dem Kommentar „Ach du Scheiße" auf. Sehr zuverlässig war der Mitarbeiter mit dem deftig-herzlichen Wortschatz nicht, verkündete er doch allzu oft fälschlich „Hat keiner angerufen!".

Otto war ein Graupapagei und lebte zehn Jahre lang in seinem Käfig tagsüber bei Gerda Klingenfuß im Büro und nach Feierabend in ihrer Wohnung im selben Haus. „Die Frauen waren alle in Otto verliebt, die Männer nicht so", fasst die Velberterin ihre Erfahrungen mit ihren 215 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen.

Balduin hingegen mochten fast alle: Das Schwein bewohnte einen eigenen Schlafstall bei Gerda Klingenfuß' Hunden Paschinka und Belmondo in der Grünanlage auf dem Betriebshof, lief aber tagsüber frei zwischen den Bussen umher. „Balduin kam auch die Treppe hoch in mein Büro, um sich den Bauch kraulen zu lassen."

Schwein by Sandra Krumme/pixelioInzwischen hat die 65-jährige Tierfreundin ihren Omnibusbetrieb nach 37 Jahren verkauft und arbeitet als Geschäftsführerin ihrer Fahrschule für Führerscheine aller Klassen. „Gar keine Firma haben ist komisch ..." Ihre beiden Hunde, Otto und Balduin leben leider nicht mehr. Auch Balduin ist eines natürlichen Todes gestorben. Landseerhund Cilla, 6, passt nun auf, dass alles richtig läuft, und liegt Frauchen im Büro am liebsten zu Füßen.

„Meine Tiere haben mir immer gezeigt, dass es auch noch etwas anderes gibt als Arbeit. Wir hatten viel Spaß mit ihnen. Ich konnte mich nicht so verbeißen, sondern sie haben mich beruhigt, wenn ich Ärger hatte." Das Logo ihrer Firma war ein Elefant, und im Wuppertaler Zoo ritt sie ab und zu auf einer Elefantin. Als Bürotier war diese etwas zu groß.

Autorin/Protokolle: Gudrun Heyder








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