Ein Biotop gegenseitiger Rücksichtnahme

Dorothea Galuska, Kliniken Heiligenfeld

Als Mitbegründerin und Personalleiterin der Kliniken Heiligenfeld weiß Dorothea Galuska aus Erfahrung, was Wertschätzung in Führung und Kommunikation verlangt.



Dorothea Galuska(aus: existenzielle 1/2006)

In den Heiligenfeld Kliniken für psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Bad Kissingen sind Achtsamkeit und Menschlichkeit nicht nur in den Therapien der Patienten ein Thema. Als Dorothea Galuska vor 15 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann das therapeutische Zentrum gründete, starteten sie mit dem Anspruch, dass ein Arbeitsplatz auch ein Lebensplatz sein soll. „Wir sind klar in den Rollen und verbunden im Herzen", benennt Dorothea Galuska das Credo ihres Personalmanagements, das sich auf Werte der humanistischen und transpersonalen Psychologie beruft. In den Jahren seit der Eröffnung ist die Klinik von 30 auf 240 Mitarbeiter gewachsen - und mit dem Personal auch das System der Verbundenheit.
Spiritualität ist nicht nur ein wichtiger Baustein des Heiligenfelder Therapiekonzepts, auch bei der Personalauswahl spielt es eine Rolle. „Es ist hilfreich, wenn Mitarbeiter einen spirituellen Weg gehen", sagt die Therapeutin und Personalentwicklerin. Im Klinikalltag spielt Authentizität eine große Rolle: „Wir fragen immer wieder nach dem Sinn und der Erfüllung. Uns interessiert, ob der Mensch sich im Unternehmen am richtigen Platz fühlt."

In Heiligenfeld beginnen Besprechungen mit einer Phase der Besinnung. „Wenn wir uns in Diskussionen verstricken, erlauben wir es uns, innezuhalten und Abstand zu gewinnen", beschreibt Dorothea Galuska, wie aus Konzepten gelebte Praxis wird. Während manche psychologischen Schulen Spiritualität als Zeichen der Regression interpretieren, schafft sie in der Heiligenfelder Personalentwicklung einen Raum für inneres Wachstum. Fortbildungen, Coachings und Meditationsangebote stellen einen übergeordneten Rahmen her, in dem die Mitarbeiter sich persönlich weiterentwickeln können.
Dabei geht es der Personalmanagerin nicht darum, zu missionieren: „Unsere Ideen werden eher aus unserer Haltung deutlich und zeigen sich im ganz alltäglichen Miteinander und darin, wie wir es gestalten. Dabei ist unser Verständnis von Spiritualität, das tiefe sich Verbinden mit sich selbst und mit anderen, gewissermaßen eine Einladung." Die Einladung wird vor allem von den therapeutischen Mitarbeitern in großem Maße angenommen. „Wir haben viele Ärzte, Therapeuten und in der Pflege Tätige, die gerade in Heiligenfeld arbeiten wollten, weil sie hier ihre spirituelle Orientierung auch im beruflichen Kontext leben können."  

Den Beschäftigten, die mit dem Begriff Spiritualität zunächst einmal nicht viel anfangen können, erschließe sich der typische Heiligenfelder Geist oft über das menschliche und herzliche Miteinander, das die Klinik prägt. „Manche fragen dann nach, woher das kommt und werden so neugierig, dass sie selbst anfangen zu meditieren", so die Personalleiterin. Sie selbst nimmt sich täglich Zeit für das Sitzen in Stille und gönnt sich drei Mal pro Jahr eine einwöchige Auszeit zur spirituellen Schulung. Im Angesicht personalpolitischer Herausforderungen authentisch zu bleiben, ist ein Anliegen, das im Führungsalltag immer wieder aufs Neue aktualisiert werden will. Auch müssen sich die idealistischen Führungsideen immer wieder im Kontext der enormen psychischen Anforderungen des Gesundheitswesens bewähren. Interne Leitlinien für den Umgang mit akutem Stress und ein besonderes Caring-System für die Mitarbeiter schaffen hier Balance.
Heiligenfeld ist auf seine Weise ein Biotop der gegenseitigen Rücksichtnahme, was jedoch nicht mit Laissez-faire zu verwechseln ist. „Es ist wichtig und notwendig, als Führungskraft auch Forderungen zu stellen und Erwartungen zu formulieren. Die Kunst ist es, darin aber nicht hart zu werden."

Autorin: Nadja Rosmann








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