Erfolg mit Großmutters Rezepten

Martina Kabitzsch verwandelt Blüten in erlesene Produkte zum Essen, Trinken und Genießen - die Manufaktur von Blythen

Als kleines Mädchen liebte es Martina Kabitzsch, der Großmutter in der Küche zu helfen. Den Duft des Sommers nach Holunderblüten, Rosen und Flieder hat sie nie vergessen.



Manufaktur von Blythen, Foto: andreas Krone / Klick Germany„Du musst schön langsam rühren." Süßer Duft steigt aus dem großen, eisernen Topf. Während die sechsjährige Martina mit den blonden, langen Zöpfen den großen Holzlöffel dreht, spült Oma Mia die Gläser mit heißem Wasser aus. Glas für Glas füllen sich die Regale in der Vorratskammer. „Wenn Oma Weihnachten ein Glas öffnete, verbreitete sich der Duft des Sommers im ganzen Haus. Alle freuten sich."

Kindheitserinnerungen

Fast 25 Jahre vergehen. Martina Kabitzsch lernt Kinderkrankenschwester, heiratet und wird Mutter. Ihr Lebensplan: „Ab jetzt kümmere ich mich ganz um die Erziehung meiner beiden Töchter." Doch dann kommt alles ganz anders. Die Familie zieht 1992 von Dortmund nach Berlin. Dort sitzt Martina im Sommer '96 in ihrem Garten, erntet Beeren. „Plötzlich erinnerte ich mich an Großmutters Marmeladen, Liköre und Sirup." Bevor die Großmutter starb, hatte sie Martina ihre alten Kochbücher geschenkt. „Die kramte ich heraus, probierte als erstes Omas Ratafia." „Ratafia" ist die alte Bezeichnung für Liköre, die mit Blüten und Früchten angesetzt werden. Als Martina zu Weihnachten Freunden und Bekannten ihre süßen Köstlichkeiten schenkt, sind diese begeistert. „Ein Geschäftsmann orderte gleich eine ganze Palette als Geschenk für seine Mitarbeiter."

Martina Kabitzsch, Foto: Andreas Krone/Klick GermanyGlück und Pech

Ermutigt durch diesen Erfolg gründet Martina 1997 die „Liqueur-Manufaktur". Sie mietet ein Labor in einer Schnapsbrennerei. „Erst probierte ich nur die alten Rezepte aus Großmutters Büchern. Doch schon bald begann ich zu experimentieren." Rückschläge? Klar hatte Martina auch diese zu verkraften. „Gleich am Anfang brach ein Regal mit Likören, Olivenöl und eingelegtem Feta-Käse zusammen. Und als mir ein 26-Liter-Ballon mit Heidelbeerlikör aus der Hand fiel, bekam ich den Raum nie wieder richtig sauber."

Manufaktur von Blythen, Foto: Andreas Krone / Klick Germany

Heute schmunzelt Martina über diese Ungeschicklichkeiten. Aber damals waren es herbe Verluste. „Ich konnte nur die Hälfte der Produkte auf dem Markt anbieten." Sie erlebt auch, wie sie mit ihren edel verpackten Likören auf Märkten steht und niemand kauft. „Ich musste erst lernen, auf welchen Märkten meine Sachen gefragt sind."

 

Fasziniert von Blüten

Als sie 2001 Urlaub in der Provence in Frankreich macht, ist sie von den blühenden Lavendelfeldern fasziniert. „Zuhause suchte ich sofort nach alten Rezepten aus Lavendel, Blumen und Kräutern. Blütenzucker und Lotusblütentee entstehen, Rosenpfeffer und Lavendeltinte. Sie nennt ihre Manufaktur nun „von Blythen", nach dem mittelalterlichen Wort für Blüten. 2003 zieht sie in ein altes Postamt. „In der unteren Etage richtete ich die Küche und den Verkaufsraum ein. In den oberen Etagen ist unsere Wohnung." 2005 erhält sie den Zukunftspreis des Landes Ostbrandenburg, wird bei den Deutschen Gründer- und Unternehmertagen 2006 als besonders erfolgreiche Unternehmerin genannt.

Manufaktur von Blythen, Foto: Andreas Krone / Klick GermanyWas Martina an Blüten so fasziniert? „Sie sprechen alle unsere Sinne an. Es ist die Kombination aus Schönheit, Duft, Geschmack und heilender Wirkung vieler Blüten, die mich faszinieren." Mit dem Duft und dem Aroma von Rosen, Lavendel oder Veilchen parfümiert und würzt sie nicht nur Pesto, Zucker, Pfeffer und Tees, sondern auch Tinten, Briefpapier und feine Badeöle. Und so rührt sie in einem still gelegten Postamt im Gründerzeitstil am Rande von Berlin in sorgfältiger Handarbeit in Ruhe und Besinnlichkeit allerlei Erlesenes zum Essen, Trinken und Wohlfühlen an.

Autorin: Jana Schütze


Bei der Manufaktur von Blythen direkt einkaufen: KLICK-Germany.de








Frauen Wirtschaft News

VdU-Präsidentin legt Amt nieder

Petra Ledendecker, seit 2007 Präsidentin des Verbandes deutscher Unternehmerinnen (VdU), hat ihr Amt zum 31.12.2011 aus persönlichen Gründen niederlegt. mehr...


Alternative Nobelpreise 2011

Ina May Gaskin, eine amerikanische Hebamme, Jacqueline Moudeina, eine Menschenrechtsanwältin aus dem Tschad, Huang Ming, ein chinesischer Solarunternehmer sowie Henk Hobbelink und Renée mehr...


IDEE Förderpreis für Michaela Nachtrab

Der mit 75.000 Euro dotierte IDEE Förderpreis des Hamburger Kaffeeunternehmens Darboven wurde am 10. November an die Unternehmerin Michaela nachtrab verliehen. Sie ist Gründerin der mehr...


ANZEIGE



Neues von unseren Beraterinnen

Gibt es den Gründerinnen-Typ?

Wie ausschlaggebend sind Charaktereigenschaften für eine Gründung? mehr...

Kein Ende für politisches Engagement

„Scheitern, besser scheitern, weitermachen ..."  mehr...

Ihre Waffe ist ihr Wissen

Wie Literaturagenten beim Schreiben und Vermarkten helfen mehr...

Neu auf dem Marktplatz

Daniela Sauermann

FcF Institut
Profil ansehen...

Bärbel Stender

Ambiente Gartengestaltung
Profil ansehen...

Jutta Bissinger

Journalistenbüro
Profil ansehen...