Erfolg mit Kartoffelmarmelade 

Sigrid Rau sagte ihrem Rentnerdasein ade und gründete eine Firma

Rad fahren, Schwimmen, im Garten werkeln - darauf hatte sich Sigrid Rau gefreut. Dann kocht sie für ein Fest Kartoffelmarmelade. Und ist plötzlich Existenzgründerin.



Kartoffel-Marmelade, Foto: Andreas Krone / KlickGermanySigrid Rau und ihr Mann Rolf lebten bis zum Sommer 2004 im Oberbergischen bei Waldbröl. Sie hatten drei Brautausstatter-Läden. Als sich das Rentenalter näherte, sagte Rolf: „Lass uns im Anhaltinischen, in der Nähe unserer Berliner Verwandten, ein schönes Grundstück auf dem Lande suchen. Da haben wir unsere Ruhe, können Rad fahren, Schwimmen und ein bisschen im Garten werkeln." Bald war das richtige Anwesen gefunden: 1.600 Quadratmeter groß, mit weitem Blick auf Wiesen. Und tatsächlich machten die Raus schon kurz nach ihrem Umzug den ersten Ausflug mit dem Rad. Wenige Tage später war im Jerichower Land in der Stadt Genthin ein Kartoffelfest. Dort gab es Deftiges in Hülle und Fülle: Kartoffelsuppe, Kartoffelpuffer, Pommes. Nur etwas Süßes, das fehlte noch.

Kartoffel-Marmelade - das soll schmecken?

Sigrid kocht gerne. Und so beginnt sie zuhause zu experimentieren. Kocht und stampft Kartoffeln, verfeinert sie mit Mandeln, Ananas, Birne und Vanille ab. Sie kostet - schmeckt das? Die ersten Kombinationen sind zwar noch sehr mehlig, aber irgendwie lecker. Begeistert ruft Sigrid ihren Mann. „Rolf, probier doch mal!" Doch er zuckt nur die Schultern, schmunzelt über die Aktivitäten seine Frau und geht kopfschüttelnd wieder aus der Küche. In diesem Moment ahnt er noch nicht, dass sich von nun an ihr ganzes Leben ändern wird. Denn Sigrid probiert weiter. Und schon auf dem nächsten Kartoffelfest 2005 verkauft sie ihre ersten Kreationen am Stand der Touristen-Information.

Sigrid Rau, Foto: Andreas Krone / KlickGermanyAufhören - oder eine Firma gründen

Das Unglaubliche: Innerhalb von zwei Stunden sind alle 80 Gläser weg! Vier Wochen später steht Sigrid mit 120 Gläsern auf einem anderen Markt. Auf dem Kartoffelfest im Herbst 2006 sind es schon 300 Gläser. Wenig später steht die Lebensmittelkontrolle in Sigrids Küche: „Frau Rau, diese Mengen Marmelade dürfen Sie nicht in Ihrer eigenen Küche kochen!" Sigrid Rau muss eine Entscheidung treffen: „Soll ich mit 62 Jahren eine Firma gründen?" Ihr Herz sagt sofort Ja! „Was konnte mir schon passieren? Ich hatte ja meine sichere Rente. Und das Marmeladekochen machte mir richtig Spaß." Von da an geht alles Schlag auf Schlag. Im Februar 2007 gründet Sigrid Rau die Anhaltinische Schlemmer Manufactur. Im September 2007 gewinnt sie ein Marmeladen-Casting, 2008 den Kartoffelpreis für die kreative Verwendung der Knolle.

Kartoffel-Marmelade, Foto: Andreas Krone / KlickGermanyStatt Ruhestand: volle Power

Aus dem Hobby ist längst ein Fulltime-Job geworden. Sigrid hat eine ehemalige Kantine gemietet, kocht fast 1000 Gläser Marmelade im Monat. „Wenn ich morgens die Schürze umbinde, den Kartoffelschäler nehme und bald der leckere Geruch von frischer Marmelade durch die Kantine zieht, dann bin ich glücklich. Ehrlich gesagt: Ich hätte nie gedacht, dass eine so erfolgreiche Unternehmerin in mir schlummert."

Ehemann Rolf hat sich von der Energie seiner Frau anstecken lassen. Er hat Bienenvölker in seinem Garten angesiedelt, erntet heute von 43 Völkern den Honig. Seinen Stand baut er immer direkt neben Sigrids auf. „Wir haben heute mehr Energie und Elan als je zuvor. Unsere Arbeit, der Spaß daran hält uns fit - körperlich und geistig." 

Autorin: Jana Schütze
(09/2010) 


www.schlemmern-sa.de 








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