Spielen mit guten Sachen

Nadine Müller ist "Frau Spielzeug"

Für Nadine Müller ist die Sache klar: Spielen macht nicht nur nur Spaß. Wenn Kinder spielen, dann lernen sie. Und das sollten sie mit guten Sachen tun. Was gut ist, das weiß die Spielzeugberaterin.



(aus: existenzielle 2/2008)

Nadine Müller ist "Frau Spielzeug"„Spielen ist keine Randerscheinung, Spielen ist eine Massenbewegung“, sagt Nadine Müller. Umso erschreckender findet sie es, wie viel „minderwertiges Spielzeug“ im Handel angeboten wird und in Kinderzimmern herumliegt. Die 36-Jährige ist Expertin für Qualitätsspielzeug. 2005 gründete sie premini und berät Eltern, Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen bei der Wahl des richtigen Spielzeugs. Jetzt nimmt sie einen Online-Shop mit ins Angebot, „weil viele Eltern das von mir empfohlene Spielzeug nirgends kaufen konnten“.

Qualitätsspielzeug muss nicht hölzern und robust sein, sondern vor allen „bespielt“ werden können, sagt Nadine Müller. Und so steht auch ein rosa Plastikschloss bei ihr nicht auf dem Index. Gutes Spielzeug sind für die Unternehmerin Sachen, die viele Spielmöglichkeiten bieten, motorische oder sprachliche Fähigkeiten fördern und bei Erweiterungen den Zugriff auf mehr als einen Markenartikler bieten. Spielzeug mit pädagogischer Beratung zu verbinden, das ist offenbar eine Marktlücke und das hat Nadine Müller in den ersten Jahren ihrer Selbstständigkeit schnell gespürt. „Ich hätte schneller wachsen können“, sagt sie und verweist auf eine bundesweite Nachfrage, „aber ich kann die Begehrlichkeiten nicht bedienen.“ Noch ist sie in Nordrhein-Westfalen und überwiegend allein unterwegs, „mit einem Wagen voller guter Sachen“, im heimischen Büro arbeiten zwei Teilzeitkräfte. Die Suche nach freien Beraterinnen, mit denen sie das premini-Angebot ausweiten könnte, ist nicht einfach. „Ich brauche Leute mit unternehmerischem Potenzial.“

Nadine Müller hat Sonderpädagogik studiert und als Erzieherin mit geistig behinderten Kindern und in der Psychomotorik gearbeitet. Dass sie außerdem eine inzwischen 7 Jahre alte Tochter hat, hat ihrer Selbstständigkeit den nötigen Schub gegeben. „Wäre ich nicht Mutter geworden, dann hätte ich die Eltern-Perspektive nicht nachvollziehen können, ich würde bis heute in meinem Erzieherinnen-Elfenbeinturm sitzen.“
2007 wurde premini zur GmbH, Nadine Müller holte einen Partner mit ins Boot und traf damit eine zukunftsweisende strategische Entscheidung. „Die GmbH-Gründung hat mir andere Spielräume eröffnet“, sagt sie heute. 2009 soll premini die NRW-Grenzen verlassen, die nötige Ruhe und Gelassenheit, „mich in eine Idee zu verbeißen und sie durchzuziehen, die hat mir meine Tochter gegeben“.








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