Mit Tieren lernen - Kranich, Krähe und Co.

Kooperationen als Erfolgsmodell

19.12.2011, 17:50 von Daniela Kaminski

Drei Wochen zogen Schwärme von Kranichen über unser Köpfe hinweg. Fasziniert standen die Menschen auf der Straße und starrten gebannt auf die Formationen, die teils in Form einer 1, aber auch als große Bögen, Wolken über uns davon flogen. Schwarmintelligenz ist ein neuer Forschungsbereich. Als Kleinunternehmerin Einzelkämpferin sein oder sich vernetzen ...



... und kooperieren – die Frage stellt sich immer wieder, immer anders und auch die Natur hat vielfältige Antworten parat.

Kraniche ziehen weite Strecken, die sie nur im Schwarm bewältigen können. Durch ihre Formationen sparen sie Energie, die alten Vögel zeigen den jungen die Jahrhunderte bewährten Wege. Immer wieder wechselt die Führung, denn das Fliegen an der Spitze kostet am meisten Kraft. Das kann kein Vogel alleine durchhalten. Das heißt aber auch, dass Führungskompetenz sich auf viele Flügel verteilt. Eine 1er-Formation hat meistens zwischen 50 und 55 Vögel. Wird der Zug größer, löst sich die starre Form auf, muss organischer werden. Würden wir das Reißverschlusssystem ebenso souverän beherrschen wie die majestätischen Vögel, 50% der Staus fänden einfach nicht statt.

Fazit: Kooperationen können Leistungen ermöglichen, die größer sind als die Summe der Leistungen jedes einzelnen.

Bei uns wohnt ein herrlicher, weißer alter erfahrener Bussard. Er gleitet ständig über unseren Hof und macht mit seinem Schrei seinen Revieranspruch deutlich. Immer wieder aber gibt es kleinere Gruppen von Krähen, die sich zusammenschließen und ihn minutenlang verfolgen. Die wendigen Vögel machen dem eleganten Gleiter das Leben schwer bis er sich aus seinem Hoheitsgebiet entfernt. Mit einem kurzen Gekrächze und Geschnatter, das wirkt wie „So, Jungs, für dieses Mal wär's das. Bis zum nächsten Einsatz, tschau.“ gehen die Krähen auseinander.

Fazit: Punktuelle Zusammenschlüsse können Marktmacht erzeugen und helfen, Märkte zu behaupten.

Voraussetzung bei allen Kooperationen ist, dass mehr heraus kommt als man hinein steckt, z.B. an Zeit, Finanzen oder Kompetenz. Der Nutzen sollte größer sein als die Addition der Fähigkeiten jedes Einzelnen. Im Idealfall eröffnen Kooperationen neue unternehmerische Möglichkeiten: das Entwickeln neuer Produkte, das Erschießen neuer Märkte, die Abwicklung größerer Aufträge oder die Absicherung des eigenen Marktes gegenüber Mitbewerbern.

Strukturell haben Kooperationen viele Gesichter. Sie reichen vom gemeinsam geführten Unternehmen über die Bürogemeinschaft, Mitgliedschaften in Vereinen oder - zeitlich - begrenzten Projekten. Sozusagen vom Herdenleben über den Formationsflug zum gemeinsamen Jagdtreffen.

Ko-operare heißt zusammenarbeiten, handeln, agieren. Ist das gemensame Ziel erreicht oder wurde es aufgegeben, hat sich die Zusammenarbeit erledigt. Bis zum nächsten Mal.

 

www.equi-valent.de

 






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Eigentlich lernen ja Tiere von uns. Wir erziehen und dressieren sie, bringen ihnen Gehorsam und Kunststücke bei. Schließlich sagen Gerüchte, der Mensch sei die Krone der Schöpfung. Reden wir nicht über Intelligenz, sondern über Klugheit - und die hat viele Gesichter: fedrige, haarige, glatte oder auch geschuppte. In Tieren begegnet uns die Erfahrung der Erde. Tiere sind modeunabhängig und lassen sich nicht durch Werbung beeinflussen. Das und mehr haben sie uns voraus. Es lohnt sich, mit und von ihnen zu lernen.

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