Pfützenspringen
Fröhlichkeit erleben - auch in der Trauer

Kinder haben das Talent, traurig zu sein, wenn sie Trauer verspüren und können auch in Trauerzeiten Fröhlichkeit leben, wenn es einen guten Anlass dafür gibt. Das hält Kinder psychisch gesünder - anders als viele Erwachsene, die Trauer erleben.
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Je älter Menschen werden, desto mehr wird es ihnen durch die Umwelt abtrainiert. „Das macht man nicht ..." Aber auch die Erwachsenen von heute besaßen früher dieses Talent: Wie in eine Trauerpfütze rein ... und wieder raus zu springen. Und manche haben diese Fähigkeit einfach behalten oder durch ihre Kinder wieder neu erlernt.
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Meli, eine junge Witwe, saß mit ihrem 5-jährigen Sohn Yannik eine Woche nach der Beerdigung ihres Mannes furchtbar traurig in der Wohnung. Draußen regnete es in Strömen, drinnen fiel ihr die Decke auf den Kopf. „Komm", sagte sie plötzlich zu ihrem Sohn. „Komm wir gehen raus. Und du brauchst dir keine Jacke anziehen, es ist ja warm." Im Innenhof fanden die beiden eine große Pfütze - und sprangen darin herum. Ausgelassen, überdreht - grade die richtige Aktion für die beiden in diesem Augenblick der großen Trauer. Am nächsten Tag wurde sie angesprochen. Ein Nachbar hatte die beiden durch das Fenster beobachtet und meldete ihr zurück, dass er schon überrascht sei, wie schnell die Traurigkeit der jungen Witwe dem Anschein nach ja vorüber gegangen sei ...
Foto: I. Friedrich / pixelio.de

Übrigens ist Meli nicht nur Witwe, sondern neben ihrem Frau- und Mutter-Sein auch Sozialpädagogin und Schmuckdesignerin: www.meliaison.de
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16.07.2010, 20:10
Heide
Ja, ich denke auch, dass der Nachbar es nicht böse gemeint hat. Aber nett auch nicht! Meine Nachbarin hat mir auch eine Gute-Laune-Karte 3 Wochen nach dem Tod meines Mannes geschenkt, damit ich wieder auf fröhliche Gedanken komme. Wieso kann man eigentlich in der Trauer oft nicht so sein, wie man will, oder sich fühlt???
16.07.2010, 13:40
Thomas
Wahrscheinlich hat der Nachbar es nichteinmal böse gemeint. Was in einer Trauersituation "richtig und angemessen" ist, kann man sicher erst nur ermessen, wenn man selbst betroffen war. Aus Rücksicht auf die Nachbarn alte Klischees zu erfüllen, ist wohl das Letzte, was man sich antun muß.
04.07.2010, 16:04
Anna
Vor zwei Wochen starb die Katze meiner neun Jahre alten Tochter. Sie wurde auf der Straße überfahren. Ein lieber Mensch hat sie aufgehoben und in eine Tierarztpraxis gebracht. Dort wurde sie zurechtgemacht, und wir haben sie in ihrem Korb abgeholt und dann gemeinsam begraben. Am Grab stand meine Tochter dann mit ihrer Freundin, weinend, Blumen in der Hand und fragte schließlich nach einem langen Tag mit vielen Tränen: Sollen wir jetzt spielen? Das taten sie, fröhlich und lachend. Zu sehen, dass Kinder das können, war sehr sehr schön.




