Welche Unterstützung brauche ich?

  Auch Selbstständige sind nicht gern allein

26.03.2012, 10:39 von Mareike Knue

 

Wer sich aus dem Studium heraus selbstständig macht, steht erst einmal vor vielen Fragen:

 

Mit welchen Behörden muss ich sprechen und wie gehe ich mit ihnen um?

Welche betriebswirtschaftlichen Kenntnisse brauche ich und woher bekomme ich sie?

Wer hilft mir bei Fragen zu Steuern, Versicherung und Vorsorge?

Wer motiviert mich, wenn ich kurzfristig den Mut verliere?

Wer schießt mir Geld vor, wenn es mal knapp wird?



 

Die regionalen Wirtschaftsförderungen, Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern helfen bei den meisten unternehmenstechnischen Fragen weiter. Geld gibt es vom Land oder auch vom Bund, die Seiten der Wirtschaftsministerien (www.existenzgruender.de bzw. www.startercenter.nrw.de) und der Arbeitsagentur informieren darüber.

 

Regionale Gründerwochen geben einen ersten Einblick, meist kostenlos, in die Welt der Selbstständigkeit. Einige Universitäten haben mittlerweile eine Beratung aufgebaut für Existenzgründer aus der Uni heraus, z. B. www.uni-muenster.de/AFO/existenzgruendung.html.

 

Persönliche Beratung und Betreuung leisten Gründerseminare, Unternehmensberater/innen mit Schwerpunkt Existenzgründung oder die Businessplan-Software der Ministerien. Welche Berater geprüft und zuschussbewilligt sind, listet die Beraterbörse der KfW auf (http://beraterboerse.kfw.de). Einen finanziellen Zuschuss zur Existenzgründungs- und -festigungsberatung leisten z. B. das Beratungsprogramm Wirtschaft NRW (BPW) oder das Gründercoaching Deutschland (GCD); in den ersten drei Jahren nach der Gründung hilft die Gründungswerkstatt Deutschland/NRW.

 

Und natürlich gibt es zu jedem Fachgebiet einzeln Berater: Steuerberater, Finanzberater, Versicherungsberater … Existenzgründer sollten sich nicht auf ein Angebot verlassen, sondern immer Alternativen einholen – das spart meist Kosten. Unabhängige Berater vermarkten die Produkte verschiedener Versicherungen und Banken. Startkredite verleihen z. B. KfW- und NRW-Bank.

 

Soweit zum Wissen. Aber was ist mit dem Fühlen? Existenzgründung bedeutet, einen ständigen Wechsel auszuhalten von Hochstimmung, Unsicherheit, Euphorie, Sorge, Zufriedenheit und Enttäuschung. Wie schützt man sich vor der emotionalen Überforderung, wie geht man mit der neuen Rolle des/der Alleinverantwortlichen um? Gute Freunde, Familienmitglieder, die hinter einem stehen, und erfahrene Unternehmer/innen unter Bekannten helfen hier am besten. Wem das nicht reicht, der kann sich von Persönlichkeits-Coaches trainieren lassen, auch hier gibt es Spezialisten für Existenzgründer/innen und Unternehmer/innen.

 

Welche Beratungsart zu wem passt, wofür man Hilfe braucht und wer der richtige Ansprechpartner ist, hängt von jedem Existenzgründer und von jeder Existenzgründerin selbst ab, von seiner und ihrer Branche und von den individuellen Bedürfnissen und Anforderungen. Wichtig ist, sich vorher gut zu informieren und im Zweifelsfall auf das Bauchgefühl zu hören.






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07.04.2012, 13:09
Branka Kramaric
Beratung und Information ist das Eine. Aus meiner Erfahrung sind es aber die vielen, vielen kleinen Fragen, die vor allem am Anfang der Existenzgründung stehen. Sinnvoll kann dann zum Beispiel auch die Gründung eines Erfolgsteams bzw. Erfolgsnetzwerks sein. Hier kommen einige "gleichgesinnte" zusammen und arbeiten regelmässig im festen Turnus an den eigenen Zielen. Die Methode wurde in den USA von Barbara Sher entwickelt, findet sich aber in unterschiedlichen Varianten in Deutschland, z.B. als Erfolgsnetzwerk für Selbständige Frauen. Eine weitere gute Unterstützung kann Mentoring sein. Die Jungunternehmerin wird dabei als Mentée von einer erfahrenen Mentorin oder einem Mentor über einen vereinbarten Zeitraum begleitet und unterstützt. So gibt es zum Beispiel www.biz4d.com, eine internationale Plattform für Mentoring. Ansonsten kann ich nur empfehlen: Netzwerke, regionale , überregionale - ruhig am Anfang alles anschauen und dann auch wieder loslassen und nur bei dem bleiben, was wirklich was bringt!


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Wie lange muss ich beruflich schon „fest im Sattel“ sitzen, bevor ich mich mit meiner Geschäftsidee selbstständig mache? Gar nicht. Sally Friedrich und Mareike Knue sind davon überzeugt, dass Gründungen während des Studiums oder direkt im Anschluss daran in vielen Lebenssituationen sinnvoll sind. Vielleicht sind Studenten sogar die besseren Unternehmer? Denn wer studiert, ist es meist gewohnt, sich selbst zu organisieren und vor allem zu motivieren. Außerdem: Wer schon im Studium sein eigener Chef ist, sammelt wichtige Berufs- und Lebenserfahrungen und kann nebenbei auf den Kellnerjob verzichten. Aber wie genau wagt man sich an das Thema heran? Welche weiteren Vorteile bringt eine berufliche Selbstständigkeit für Studierende? Hier gibt es Antworten auf diese und andere Fragen.

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