Krisenstimmung

und wie man aus der Not eine Tugend machen kann

16.08.2012, 11:58 von Sally Friedrich

 Die Wirtschaftskrise ist allgegenwärtig. Die hohe Verschuldung der südlichen Länder Europas und deren Folgen sind derzeit Thema Nummer eins in den Medien. Die Länder selbst leiden unter steigenden Arbeitslosenzahlen und einer stagnierenden Wirtschaft. Laut eurostat ist alleine in Spanien eine Arbeitslosigkeit von 24% zu beziffern. Bei jungen Menschen unter 25 Jahren liegt sie sogar bei 52.7%. Das eingeführte Sparprogramm, das einen möglichen Staatsbankrott verhindern soll, sorgt für zusätzlichen Frust in der Bevölkerung. So entscheiden sich viele, ins Ausland zu gehen, um dort ihr Glück zu versuchen.



Manuel, ein Architekt aus Sevilla, hatte plötzlich keine Aufträge mehr, da die Gelder für öffentliche Projekte gestrichen worden sind. Der Sparzwang ist überall zu spüren und so blieben in seinem Büro nach und nach auch die privaten Anfragen aus. Auf der Suche nach einem möglichen Ausweg aus seiner Situation, stieß er auf das EU-Projekt „Erasmus für Jungunternehmer“. Das Programm finanziert den Wissensaustausch zwischen zukünftigen oder frisch gebackenen Unternehmern und erfahrenen Unternehmern innerhalb der EU. Das ist besonders für junge Menschen aus dem Süden Europas die Chance, ein schon bestehendes Unternehmen voranzutreiben oder eine Gründungsidee in die Realität umzusetzen. Ziel des Austausches ist, wertvolle internationale Kontakte sowie Erfahrungen zu sammeln und das Wissen bezüglich des Managements eines kleinen oder mittelständigen Unternehmens zu stärken. Auch für Manuel war das ein Grund, sich zu bewerben. Andere Arbeitsansätze, Sichtweisen und neue Kontakte, so hofft Manuel, werden seinem Betrieb in Spanien neuen Schwung verleihen. Denn in Deutschland, wo er derzeit in einem Architektenbüro mitarbeitet, möchte er auf Dauer nicht bleiben. Zwar fühlt er sich hier wohl, doch Spanien ist seine Heimat, in die er auch wieder zurückkehren und arbeiten möchte.

Krisen bringen nicht nur Probleme mit sich, sondern regen Menschen auch dazu an, Alternativen in Betracht zu ziehen, neue Wege zu gehen und kreativ an ihre Probleme heranzugehen. So entstehen innovative und durchsetzungsfähige Produkte und Dienstleistungen, die zum Aufschwung des Landes beitragen. Erasmus für Jungunternehmer ist ein Weg, Jungunternehmern den Mut und  die Unterstützung zu geben, die sie benötigen, um den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.






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Wie lange muss ich beruflich schon „fest im Sattel“ sitzen, bevor ich mich mit meiner Geschäftsidee selbstständig mache? Gar nicht. Sally Friedrich und Mareike Knue sind davon überzeugt, dass Gründungen während des Studiums oder direkt im Anschluss daran in vielen Lebenssituationen sinnvoll sind. Vielleicht sind Studenten sogar die besseren Unternehmer? Denn wer studiert, ist es meist gewohnt, sich selbst zu organisieren und vor allem zu motivieren. Außerdem: Wer schon im Studium sein eigener Chef ist, sammelt wichtige Berufs- und Lebenserfahrungen und kann nebenbei auf den Kellnerjob verzichten. Aber wie genau wagt man sich an das Thema heran? Welche weiteren Vorteile bringt eine berufliche Selbstständigkeit für Studierende? Hier gibt es Antworten auf diese und andere Fragen.

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