Spiritualität - 'n Dampfmaschin?

Raum und Zeit für das Wesentliche

12.11.2009, 09:57 von Anke Dinsing

Werte und Spritualität haben Einzug gehalten in die öffentliche Diskussion um Wirtschaft und Arbeit. Im Wortsinn ist Spirit der Atem - ein gutes Bild für die, die im Alltag unter Dampf stehen.



Wat is'n ' Dampfmaschin? Da stelle ma uns ma janz dumm ...
So, so, Professor Bömmel geht an die komplizierten Fragen des Lebens also ganz pragmatisch heran: Dat is 'ne große, runde, schwarze Raum.

Ich mag diese Szene aus dem Film „Die Feuerzangenbowle", nicht nur weil ich eine Ingenieurstochter bin. Komplizierte Themen von Grund auf angehen, das ist spannend und oft auch erhellend.
Licht auf das Thema Spiritualität werfen, das möchte ich. Das ist mein roter Faden in allem was ich tue, beruflich und persönlich.

Und was ist nun Spiritualität?
Da stelle ich mich jetzt auch mal ganz dumm ... und sage: Das ist ein weites Feld.

Die einen verstehen darunter Esoterik aller Art, die anderen kirchentreue Religiosität. Es gibt so viele verschiedene Definitionen und Lebensweisen. Manche streiten sogar darum, dass dieser Begriff nur zu ihrer Ideologie gehört.

Spiritualität hat etwas mit Atem zu tun (lat. spirare) und mit Geist (spiritus). Und das ist doch schon wunderbar weit, oder?
Der Atem ist das, was mich leben lässt, er füllt mein Innen. Er erneuert mich in jedem Moment. Ohne Atemluft kann ich nur wenige Minuten leben, dann muss ich wieder atmen, sonst sterbe ich.
Der Atem füllt meine leere Lunge, die nur auf ihn wartet. Es ist eine ständige Wechselbewegung von Einatmen und Ausatmen, Nehmen und Loslassen.
Der Atem ist für mich als Mensch wesentlich, ich brauche ihn, und dass ich ihn habe, macht mich als lebendiges Wesen aus.

Das gleiche gilt auch für Spiritualität: Sie ist das Leben im Raum des Wesentlichen.
Aber was ist das nun schon wieder?
Es gibt etwas, das unabhängig ist von Bewertungen, von Bemühungen, von Besitz. Es fragt nicht, ob ich attraktiv, intelligent und erfolgreich bin. Ich kann es nicht herstellen oder erzwingen. Es ist einfach da, durchströmt und umhüllt mich, so dass ich leben kann. Es muss nur noch wahrgenommen werden.
Die einen nennen es Gott, Brahman, Jahwe, Allah, andere nennen es das Göttliche, das Absolute, das Sein, alles umfassende Liebe.

Um mich hier nicht in die Theologie zu versteigen, halte ich an und schaue auf mich als Menschen, der Stunde um Stunde, Tag für Tag sein Leben lebt. Ich lebe aber eben nicht nur in meiner kleinen Haut, in meinem privaten Umfeld, in meiner Rolle, sondern ich bin eingebunden in einen größeren Zusammenhang. Wenn ich mir Raum und Zeit gebe, das zu merken, lebe ich ganz von selbst wesentlich. Es werden mir Aspekte wichtig, die mich liebevoll in Beziehung treten lassen zu anderen Menschen, zu mir selbst und auch meine Arbeit prägen.

Raum und Zeit für das Wesentliche bedeutet, zur Ruhe kommen, atmen, zur Mitte finden, spüren.
Ganz leibhaftig spüren, was ich brauche, um wirklich gut zu leben, persönlich und im Beruf. Nicht  nur „rödeln", sondern hinsehen, hinhören, was sich zeigen will. Sich überraschen lassen von den alltäglichen Geschenken des Lebens und daraus resultierende Dankbarkeit als Kraftquelle und nicht als Verpflichtung betrachten. 

So, und um nun einen Zirkel zu schlagen vom Anfang bis zum Schluss:
Was hat 'ne Dampfmaschin mit Spiritualität zu tun?
In beiden ist irgendwie Luft drin, nur steht die eine unter Druck und die andere kann ihn wegnehmen.
Ich wünsche Ihnen, auch den Ingenieurinnen unter Ihnen, dass Sie den schwarzen Raum Ihrer Alltagsdampfmaschine verlassen können (vielleicht erst einmal probeweise ...) und atmen: ein und aus, ein und aus, ein und aus ...

zurück



Ihr Kommentar

Name:
E-Mail:
Sicherheitsabfrage: Bitte addieren Sie 2 und 9.

 




„Was ich wirklich, wirklich will ...“ Als ich vor vielen Jahren auf einer Tagung in Jena diesen Satz zum ersten Mal sehr eindringlich formuliert von Fritjof Bergmann hörte, da ging mir das unter die Haut und tief in mein Herz. Das Nachdenken und Staunen über eine ganz andere Sicht auf den Menschen in der Arbeitswelt hat mich in den letzten Jahren stark geprägt, meinen Lebensweg beeinflusst und mich froher gemacht.
In diesem Blog bringe ich Themen ein, die das Wesentliche des Menschen im Berufsleben ansprechen, diesem Wesentlichen Raum geben und die das zum Ausdruck bringen, was den Beruf zur Berufung macht. Ich lade Sie ein, mit mir auf Entdeckungsreise zu gehen, in den kleinen und großen Dingen des Berufslebens Geschenke des Himmels zu finden, und dadurch immer wieder erinnern, was Sie wirklich, wirklich wollen.

ANZEIGE



Neues von unseren Beraterinnen

All things grow with love

Holen Sie Sonne in Ihr Unternehmen mehr...

Reisekosten absetzen

Aufwendungen für geschäftlich und privat veranlasste Reisen sind besser absetzbar mehr...

Rückforderung bei Teilzahlungszuschlägen

Ablehnung durch die Versicherung - und jetzt? mehr...

Liebe am Arbeitsplatz!

Was hat Liebe mit guten Unternehmungen zu tun? mehr...

"Ich habe nicht gewusst, wie viel Kraft in mir steckt"

Oder: Was sagt mein linkes Knie dazu? mehr...

Lebendig führen

Alle Blogbeiträge von Katrin Oppermann-Jopp mehr...

Geringwertige Wirtschaftsgüter

Ab dem 1. Januar 2010 gelten neue Abschreibungsregelungen mehr...

Glätte, Schnee und schon hat's gekracht ...

Unfallkosten steuerlich absetzen! mehr...

Montagmorgen, 08.23 Uhr: Der Computer funktioniert nicht

Tipps für die Datensicherung mehr...

Was ist das Gute an einem Pinguin?

Tipps für einprägsame Texte mehr...