Liebe am Arbeitsplatz!

Was hat Liebe mit guten Unternehmungen zu tun?

04.03.2010, 17:46 von Anke Dinsing

Warum agieren Unternehmen und vor allem die darin arbeitenden Menschen so gegensätzlich zu all dem, was über sinnvolles Handeln auf dem Markt und für den Markt bekannt ist?



Heute scheint man modernes Management "lernen" zu können. Durch ungezählte Fachbücher, Managementratgeber, Unternehmensberatungen aller Art werden Einsichten und Methoden vermittelt. Zur Umsatzsteigerung soll die Motivation durch Incentives, Provisionsanreize gesteigert werden, Kenntnisse und Einsatz von NLP (Neuro-linguistisches Programmieren) ist ein "Muss" im Vertrieb. Zahlreiche Marketingstrategien sind bekannt, bekannter, am bekanntesten, Neuromarketing die neueste. Alle werden eingesetzt, sind manchmal aber auch nur Tricks, um "besser zu werden", "besser werden zu lassen".

Warum läuft es dennoch immer noch schlecht oder gar schlechter im Unternehmen? Warum sinkt die Identifikation, warum steigt der krankheitsbedingte Ausfall, besonders wegen psychischer und psychosomatischer Erkrankungen? Warum wird von Mitarbeitern ein immer stärkerer Druck verspürt? Warum arbeiten etliche über ihre Kräfte und weit über vertraglich geregelte Arbeitszeiten hinaus? Warum fehlt die Kollegialität in manchen Arbeitsbereichen? Warum sinkt das Schiff, obwohl mehr und mehr Menschen daran arbeiten, Löcher zu stopfen und Wasser über Bord zu scheppen? Vermutlich kann hierzu jedes gute Managementhandbuch wichtige und richtige Lösungsansätze bieten. Aber liest die den keiner?

Nun gibt es ja auch die Unternehmen, die gut laufen und wo Menschen gern arbeiten. Was ist da anders? Es sind Unternehmen, die Wertschätzung leben und vermitteln. Sie bieten Arbeitsbedingungen, die den Respekt vor den Menschen erhalten. Sie fördern Entwicklung und schätzen Kreativität. Sie schaffen echte Corporate Identity. Wodurch?

Vermutlich, weil sie lieben! "Wie bitte?", werden Sie fragen.

Ein Hohelied auf die Liebe dichtete vor ca. 2000 Jahren der alte Paulus und schickte es mit einem Brief an die Menschen in Korinth. Ich möchte an dieser Stelle, zugegebenermaßen etwas verändert, daraus zitieren:

"Wenn ich in der Sprache der besten Unternehmensberater spräche, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich ein Phrasendrescher und eine lärmende Pauke. Und wenn ich die besten Wirtschaftsprognosen entwickeln könnte und tiefe Einblicke in das Weltmarktgeschehen hätte, wenn ich mit allen strategischen Verkaufsmethoden gewaschen wäre und NLP im Blut, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich das tollste Sponsoringszenario entwerfen würde und ein nach außen hin sozial auftretendes Unternehmen führte, hätte aber keine Liebe, nützte es nichts."

Jede merkt es, wenn sie nur verkaufsmäßig angelächelt wird. Jeder merkt es aber auch, wenn er tatsächlich angesprochen und als Person gemeint ist, nicht nur als zahlender Kunde, dienender Mitarbeiter. Arbeit benötigt Liebe und Hingabe, sonst ist sie letztendlich sinn- und wertlos. Das ist nach außen hin nichts Großes; es zeigt sich viel mehr darin, wie ich mit meiner Arbeit umgehe. Schätze ich das eigene Tun und das der anderen wert? Liebe am Arbeitsplatz bedeutet: Menschen, die mir begegnen, mit denen ich arbeite, ernst nehmen. Dazu brauche ich Liebe auf eine ganz tiefe, Grund-legende Weise.

Kennen Sie das? Oder ist es das, was Sie sich wünschen? Dann probieren Sie doch einmal selbst diese Art der Liebe am Arbeitsplatz. Und beobachten Sie, was dann geschieht.

www.anke-dinsing.de






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04.04.2010, 15:02
Josef Grewe
Hallo Frau Dinsing, Sie haben ja so Recht. Heute wird mehr Vertrauen in Techniken gesetzt, und keiner bemerkt, dass diese nur sehr kurze Halbwertzeiten haben und durch immer neue und vermeindlich bessere ersetzt werden. Techniken sind Werkzeuge, die man einsetzt, aber von welchen Werten werden sie geleitet? Umsatzsteigerung ist zum Selbstzweck verkommen. Wirtschaft bedeutet doch eigentlich, die Bedürfnisse der Menschen mit den Mitteln Boden, Arbeit, Kapital zu befriedigen, oder knapp " von Menschen für Menschen". Warum benutzen wir die Erkenntnisse dann nicht. Sinnvolle Produkte werden mit Sicherheit nachgefragt, und Menschen im Verkauf, die die Bedürfnisse der Kunden spüren, werden erfolgreich arbeiten. Kunden, die freundlich angesprochen werden, kommen wieder, weil sie sich wohl fühlen und ernst genommen fühlen. Das gleiche gilt für Mitarbeiter und Führung. Seit ich verstanden habe, dass, wenn ich meinen Mitarbeitern helfe, ihre Probleme zu meistern, sie mir helfen meine Probleme zu meistern. Und beide fühlen sich gut dabei. Das ist leider nicht spektakulär, aber macht Freude. In diesem Sinne " lasset uns mit Liebe arbeiten!"


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