Verlängern Sie Ihre Urlaubsstimmung
Sagen Sie NEIN
Da ich dort wohne wo sie gerne Urlaub macht, verbrachte meine Freundin aus der Großstadt einige Zeit bei mir. Bei den letzten Strandspaziergängen drohte ihre Urlaubsstimmung und Entspannung zu schwinden, denn sie war gedanklich bereits auf der Arbeitsstelle:
- Sie verflucht schon jetzt ihren Chef, der sie wieder mit Sonderaufgaben überhäufen wird, meistens natürlich kurz vor Feierabend.
- Die Kollegin wird verwünscht, weil sie ihre Aufgaben übernehmen muss, da diese wieder mal krank sein wird.
- Der Ehemann wird sich nicht darum scheren, ob sie es schaffen wird die Tochter vom Sport abzuholen, da er andere wichtige Termine haben wird.
- Dem Sohn wird sie die Sachen hinterher räumen müssen.
- Die Nachbarin wird ihr unbedingt noch schnell von ihren Problemen erzählen müssen.
Meine Freundin befürchtet, dass der Alltagsstress sie sofort wieder einholen wird!
Kennen Sie das auch?
Sie arbeiten mehr als Ihnen gut tut, übernehmen mehr Aufgaben als Sie wollen, helfen mehr als Sie können und gehen damit über Ihre Bedürfnisse und Grenzen hinweg.
Aber warum tun wir dies? Warum finden wir immer wieder Gründe dafür, über unsere Grenzen zu gehen? („Na ja, er hat doch andere wichtige Aufgaben" „Ich bin doch eh schon auf dem Weg" „Sie hat doch sonst niemanden")
Oft haben wir Angst, egoistisch oder gar herzlos zu wirken, wenn wir unsere Unterstützung verweigern. Es ist die Angst vor dem Verlust an Zuneigung, des Arbeitsplatzes oder des Erfolges.
„Wenn ich nicht tue, was der Chef von mir verlangt, denkt er sicherlich, ich bin faul oder schaffe meine Arbeit nicht."
„Wenn ich anderen nicht helfe, mögen sie mich sicher nicht mehr."
Aber ist das tatsächlich so?
Bedenken Sie, dass Sie ein Teil dieses Arrangements sind, indem Sie die Grenzüberschreitungen zulassen: Wenn Ihr Chef Ihnen immer mehr Aufgaben geben kann, braucht niemand anderes sie zu machen (auch nicht er selbst). Wenn Ihr Sohn seine Sachen nicht wegräumen muss, kann er sich auf Ihren „Service" verlassen.
Spüren Sie Ihre Grenzen und wahren Sie sie, indem Sie üben NEIN zu sagen.
- Sagen Sie Ihrem Chef: „Jetzt habe ich Feierabend. Morgen erledige ich diese Aufgabe gerne."
- Erinnern Sie Ihre Kollegin daran, dass auch Sie nur eine 30-Stunden-Woche haben und Ihr Arbeitspensum bereits ausgefüllt ist.
- Zeigen Sie Ihrem Kind wie die Waschmaschine funktioniert.
- Vereinbaren Sie mit Ihrer Nachbarin einen Termin, an dem Sie wirklich Zeit und Energie haben zuzuhören.
Sie werden feststellen, dass Sie nach der ersten Irritation, eher an Zuneigung, Respekt, Anerkennung und Selbstbewusstsein gewinnen werden.
Zeigen Sie Ihrem Gegenüber, dass Ihre Hilfsbereitschaft Grenzen hat und dass Sie sich und Ihre Gesundheit ernst nehmen. Ihre Mitmenschen werden Sie als starke Persönlichkeit, sogar als Vorbild wahrnehmen und sich selbst dadurch unabhängig fühlen.
Probieren Sie es gleich heute aus und sagen NEIN!
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