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Kostenloses oder günstiges und seriöses Online-Dating, geht das?

Kostenlos und günstig bedeutet in der Datingwelt nicht immer das, was es eigentlich heißen sollte. Nach der Registrierung fällt bei vielen Singlebörsen auf, dass man einen kostenpflichtigen Account braucht, um beispielsweise Nachrichten an andere Mitglieder schreiben zu können. Wir wollten wissen, welche Singlebörsen bzw. Dating Apps in der Praxis wirklich frei von Kosten sind.

Versteckte Kosten oder „Kostenlose“ Dating Apps, die unnutzbar sind

Wie es bei den meisten Anbietern abläuft, wollen wir am Beispiel von Tinder zeigen. Diese Dating-App ist relativ bekannt. Um zum Beispiel herauszufinden, wer das eigene Profil mochte, muss sich dafür Tinder Gold zulegen. Dies kostet 18,96 EUR pro Monat. Insgesamt ist Tinder in der Gratis-Version nicht nutzbar, ohne dass dauernd der Hinweis aufpoppt, man möge sich doch ein kostenpflichtiges Profil zulegen. Nicht einmal andere Mitglieder aus dem eigenen Wohnort kann man suchen, ohne dass man dabei von Tinders Eigenwerbung unterbrochen wird. Nachdem wir die Startseite aufrufen wollten, um nach den AGB bzw. dem Impressum zu suchen wurden wir von Tinder direkt zum Profil eines Mitglieds umgeleitet. Fazit: Finger weg!

Kostenfalle oder unwirksame AGB – die Situation in Deutschland

Doch auch bei zahlreichen anderen namhaften Partnerbörsen stößt man auf Ungereimtheiten wie unwirksamen Klauseln in den AGB, die dann im Einzelfall bei Rechtsstreitigkeiten nicht selten von einem Anwalt oder einem Gericht geprüft werden müssen.

Aufgrund der Vielzahl der Singlebörsen ist auch die Konkurrenz sehr groß, sodass man etwa über Google kaum noch Singlebörsen findet, die nicht über ein korrektes Impressum verfügen. In die eine oder andere Kostenfalle kann man jedoch auch bei Anbietern mit korrekten AGB tappen, wenn man etwa bei Vertragsabschluss nicht aufpasst: So wird meist der Monatspreis dargestellt, und im Kleingedruckten des Angebots findet sich die Laufzeit. Als Resultat muss der Kunde daraufhin einen hohen Betrag begleichen, da er sich beispielsweise versehentlich für eine ganzjährige Mitgliedschaft angemeldet hat.

Bei Widerruf kann Wertersatz gefordert werden

Wer sich beispielsweise bei Parship anmeldet, eine Premium-Mitgliedschaft abschließt und dann nach kurzer Zeit feststellt, dass das Portal nicht den Erwartungen entspricht, muss Wertersatz zahlen. Davor wird nicht einmal in den AGB von Parship gewarnt. Deshalb ist man bei Abschluss eines Abos nicht einmal dann vor bösen Überraschungen geschützt, wenn man sich die AGB komplett durchgelesen hat.

Seriöses Online Dating ohne Kostenfalle – geht das?

Eine gute Nachricht: Es gibt tatsächlich Singlebörsen, die man in vollem Umfang nutzen kann, ohne dafür Beiträge entrichten zu müssen. Die schlechte Nachricht: Jede Webpräsenz muss sich von irgendetwas finanzieren, und eine Singlebörse, die von einem Betreiber reguliert wird, erst recht. Deshalb sind die einzigen Alternativen zur monatlichen Abbuchung vom eigenen Konto: Viel Werbung in Kauf nehmen! Im Folgenden wollen wir ein paar Singlebörsen und Apps vorstellen, die tatsächlich kostenlos sind.

Ohne Kostenfalle flirten – Welche Singlebörse ist seriös und kostenlos?

Google beantwortet die Frage „Welche Singlebörse ist seriös und kostenlos“ mit einem Link zu Verliebt-im-Norden.de Das ist natürlich nicht ganz korrekt, denn wir haben noch weitere kostenlose Dating-Seiten gefunden.

finya.de

Die Registrierung klappt auf Anhieb. Nachdem wir auf das Profil eines Mitglieds geklickt haben, poppt sofort Werbung auf. Danach musste man das Profil erneut besuchen, da es aufgrund der Werbung nicht sichtbar gewesen ist. Nachrichten kann man versenden, indem man den entsprechenden Button auf dem Profilfoto des Mitglieds klickt, für das man sich interessiert. Wichtig ist, dass man bei Finya.de ein Profilfoto online stellt, denn sonst wird eine Nachricht, die man schreibt, bei dem Empfänger im Ordner „Sonstige“ zugestellt.

Unser erster Eindruck von finya: Das Niveau ist angesichts der Tatsache, dass es sich um eine komplett kostenfreie Singlebörse handelt, recht hoch. Man kann bei dieser Partnerbörse zahlreiche Fragen beantworten, und die Profile, die wir besucht haben, sind mit viel Liebe ausgefüllt worden. Ein Nachteil an Finya ist, dass es keine App gibt. Aber das wird flirtfreudige Personen, die am liebsten ihr Notebook verwenden, nicht stören.

Wie bereits Netzwelt (https://www.netzwelt.de/partnersuche-online/dating-app-vergleich-kostenlose-partnerboersen-test.html) im Jahre 2019 festgestellt hat, ist Finya leider die einzige Singlebörse, die wirklich für alle Personen in Deutschland kostenlos nutzbar ist.

Weitere Singlebörsen sind jedoch für einen eingeschränkten Personenkreis gratis. Welche das sind?

LemonSwan

Studenten, Azubis und Alleinerziehende müssen für die Premium-Mitgliedschaft bei dieser Singlebörse nichts bezahlen.

Flirt-Fever oder LOVEPOINT

Bei diesen beiden Börsen entstehen keine Kosten für Frauen: Diese können alle Premium-Funktionen kostenlos nutzen. Die AGB dieser Plattform machen einen fairen Eindruck, und wir haben keine versteckten Kosten gefunden. Im Impressum finden sich alle erforderlichen Angaben. Den Kundenservice, der in Deutschland ansässig ist, kann man per E-Mail erreichen.

Verliebt-im-Norden.de

Wer im Norden wohnt, kann die Singlebörse Verliebt-im-Norden.de nutzen, die uns Google als die einzige kostenlose Singlebörse vorgestellt hat. Wer „geprüftes Mitglied“ werden möchte, muss laut AGB 10 EUR zahlen. Bis auf dieses Detail ist die Börse frei von Kosten. Das Impressum der Seite macht einen seriösen Eindruck und ist vollständig.

Fazit – Flirten ohne Kostenfalle

Ob Finya, LemonSwan oder Verliebt im Norden – alle vorgestellten Singlebörsen haben einen soliden Eindruck gemacht: Sie verfügen jeweils über ein nach deutschem Recht valides Impressum, und auch die AGB sind frei von Fallen: Da man keinen kostenpflichtigen Vertrag eingeht, kann man auch in keine Abofalle tappen.

Abstriche muss man beim kostenlosen Dating natürlich beim Support machen. Durch Internetwerbung wird zwar etwas eingenommen, doch reichen diese Einkünfte meist nicht dazu aus, einen Support-Mitarbeiter bezahlen zu können.

Insgesamt macht man auch keine zu großen Abstriche, wenn man eine Singlebörse nutzt, die wirklich frei von Kosten bzw. einer Kostenfalle ist: So bietet Finya eine ähnliche Funktionalität wie zahlreiche kostenpflichtige Partnerbörsen.

Tipp: Wer auf Nummer Sicher gehen will, der liest die AGB durch, bevor er sie akzeptiert, denn diese rechtlichen Rahmenbedingungen können auch kurzfristig geändert werden.